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Literatur der Volkskunde
ÖZV LVII/ 106
zer Bergknappen angekündigt. Über das Schicksal dieses Unternehmens istnichts bekannt. Aber vielleicht gelingt es den verdienstvollen Herausgebern,noch manchen Fund zu heben. Er wäre, wie auch das vorliegende Buch, einGewinn.
Herbert Schempf
NUSSBAUMER, Thomas, Josef SULZ( Hg.): Musik im Brauch derAlpenländer. Bausteine für eine musikalische Brauchforschung(= Inns-brucker Hochschulschriften, Serie B: Musikalische Volkskunde, Bd. 3).Anif/ Salzburg, Verlag Mueller Speiser, 2001, 170 Seiten, Abb., CD mitMusikbeispielen.
Der vorliegende Sammelband vereint die Referate einer Tagung, die 1996in Innsbruck stattfand und sich mit Musik in alpenländischen Bräuchenbeschäftigte. Veranstaltet vom dort ansässigen Institut für MusikalischeVolkskunde des Mozarteums und dem Wiener Institut für Volksmusikfor-schung ging es in diesem Symposium, so die beiden Innsbrucker Herausge-ber im Vorwort, um ,, Impulse und Bausteine für eine musikalische Brauch-forschung und eine Geschichte der Musik in den Alpenbräuchen“.
Besagte ,, Bausteine“ waren bzw. sind die unterschiedlichen regionalenFallstudien, die Aufnahme in das Buch gefunden haben: zum Sternsingen inHaslach( im Schwarzwälder Kinzigtal) und in Heiligenblut( Dietz- RüdigerMoser); zu historischen Musiknachrichten zu Tiroler Bräuchen( GerlindeHaid); zum vorweihnachtlichen Anklöpfeln im Brixental und Raum Kitzbü-hel( Thomas Nuẞbaumer); zur Musik in Trentiner Bräuchen am Beispiel vonTratomarzo und San Antonio( Renato Morelli); zu einem Hochzeitslied-La Bonasera ai sposcim ladinischen Fassatal( Fabio Chiocchetti); zuTrommeltänzen in Basel und im Kanton Schwyz( Brigitte Bachmann- Gei-ser) sowie abschließend zum Maisingen( Chant de Mai) in Vercors an denAusläufern der französischen Westalpen( Jacques Chapand).
Notenbeispiele, Liedtexte und Photos sind Teil der durchwegs analyti-schen Beiträge, in denen auf die jeweilige Entwicklung von Brauch undMusik eingegangen und auf Wandel sowie gegenwärtige Funktionen ver-wiesen wird. Es ist an dieser Stelle nicht möglich, auf alle Aufsätze einzu-gehen; auf drei soll jedoch hingewiesen werden, um die thematische undmethodische Vielfalt anzudeuten: So arbeitet Brigitte Bachmann- Geiser amBeispiel der Trommeltänze zur Basler Fasnacht und in Schwyz die Bezie-hungen zwischen Schweizer Militär- und Volksmusik heraus; Gerlinde Haidweist in ihrer- der historischen Volkskunde verpflichteten- Arbeit für Tirolu.a. nach, dass zum einen„, eine rein funktionale Abgrenzung des Volksmu-