Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde106 (2003) / N.S. 57Beňušková, Zuzana: Lebensqualität in der Wohnsiedlung Petržalka in Bratislava

  
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Lebensqualität in der Wohnsiedlung Petržalka in Bratislava
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2003, Heft 2

Lebensqualität in der Wohnsiedlung Petržalka in Bratislava

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Häufig kann man die Feststellung hören: Aber in unserem Teil ist esganz gut." Die Beziehung der jungen Generation zu ihrer Wohnumge-bung illustriert die Erzählung einer bekannten slowakischen Mode-ratorin. Sie stammt aus der Mittelslowakei, aus dem Dorf Tisovec,und wohnte in Petržalka. Im Zuge ihrer erfolgreichen Karriere bautesie sich ein Haus in einem attraktiveren Viertel der Stadt, wo ihreTochter auch einen Hund und eine Katze haben kann. Als sie ihr neuesHaus als Zuhause bezeichnete, hielt die Tochter ihr vor: ,, Aber Mutti,was sagst du da. Du bist in Tisovec und ich in Petržalka zuhause."

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Die Ethnologie kann somit zu Kenntnissen über die Wohnsiedlung infolgenden Forschungsbereichen beitragen:

Beziehung des autochthonen und des neuen Teils der Wohnsied-lung und ihrer Bewohner zueinander

Generations- und Familienunterschiede in der Lebensweise derBewohner

Funktionieren des sozialen Lebens im Rahmen der kleineren terri-torialen Einheit der Wohnsiedlung

Nachbarliche Beziehungen im Haus, auf der Straße, im Block Freizeit

Interessens-, konfessionelle Vereinigungen

Beziehung zur Umwelt

Kulturell- gesellschaftliche Veranstaltungen und die Bedeutung ih-res Potentials für die Formung der lokalen Identität

Migration aus der und in die Siedlung( Arbeit, Familie, Erholung,Verkehrsarten u.a.).

Bestens bewährt hat sich die Kombination von qualitativen Methoden( Beobachtung, Gespräche) mit quantitativen( Umfragen, Statistiken).Die Verbindung der ethnologischen Aspekte und Forschungsmetho-den mit soziologischen erweist sich bei der Suche nach Spezifika derLebensweise im heutigen Stadtmilieu als optimal. Für die Urban-ethnologie eröffnet sich mit der Untersuchung der heutigen Prozesseund Erscheinungen ein Raum, in dem sie mit den verwandten Diszi-plinen produktiv zusammenarbeiten und der breiteren Öffentlichkeiteinen möglichst objektiven Einblick in unser Alltagsleben geben

kann.

Die aktuellen Veränderungen in den verschiedenen Stadtviertelty-pen verschwimmen und verschwinden nur allzu leicht. Greifen wirsie erst in ein paar Jahren auf, sind sie schwerer zu fassen und bringen