Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde106 (2003) / N.S. 57Beňušková, Zuzana: Lebensqualität in der Wohnsiedlung Petržalka in Bratislava

  
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Lebensqualität in der Wohnsiedlung Petržalka in Bratislava
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2003, Heft 2 Lebensqualität in der Wohnsiedlung Petržalka in Bratislava

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Probleme mit sich, die sich auch am Aussehen der Häuser und ihrerUmgebung niederschlagen. Diejenigen, die in der Vergangenheit dieWohnungen nahezu umsonst bekamen und nie viel in sie investierten,haben in der Regel eine schlechtere Beziehung zum gemeinsamenEigentum als jene, die die Wohnungen für teures Geld erwerbenmußten. Auch die Erneuerung der Häuser wird oft durch Einzelneerschwert, die es ablehnen, sich finanziell daran zu beteiligen. Nichtnur die Einwohner, sondern auch die Behörden sind in diesen Fällenhäufig machtlos, oder die Lösungen dauern sehr lange.

Generations- und Kommunikationsaspekte bilden ein eigenes Ka-pitel der Erforschung der Sozialkultur der Wohnsiedlung und sindwiederum in sich differenziert. Gelegenheit für Mütter von Kleinkin-dern, einander kennenzulernen, sind Kinderspielplätze, die Bänkeund Kindergärten. Höfe dienen als Spielplätze für Kinder und Jugend-liche, meist in Gruppen, und haben feste Regeln für die Benützung.Die Kindergruppen sind durch Alter, Wohngebiet, besuchte Schulenund Interessen unterschiedlich. Während die Kinder unter den Fen-stern, ja auch in den Toreinfahrten der Wohnhäuser, allgemein tole-riert werden, ist die heranreifende Jugend in einer wesentlich schwie-rigeren Situation. Gruppen, die dort herumstehen oder lärmend de-battieren, werden nur mit Unwillen, oft auch mit Angst von jenenEinwohnern, deren Kinder der Gruppe nicht angehören, akzeptiertoder sogar durch bauliche Veränderungen aus den geschützten Nischenunter den Fenstern vertrieben. Ein Zusammenschluß von Erwachsenenohne Kinder in den Erholungsräumen außerhalb der Häuser ist dieAusnahme. Nur wenige Menschen im Pensionsalter leben in Petržalka,sie können als ,, unsichtbare Generation bezeichnet werden.

Eine analoge soziale Kommunikation wie zwischen den Mütternmit Kleinkindern besteht auch zwischen Hundebesitzern. Hunde re-gen nicht nur zwischen ihren Besitzern zu Gesprächen an, sondernauch zwischen den Hundebefürwortern und-gegnern in der Siedlung.Allen Verfügungen zum Trotz räumt fast niemand den Hundekot weg,es wird aber auch niemand deswegen belangt. Wenn nach einerlängeren Zeit der Schnee taut, sieht die Anlage katastrophal aus. DieGrünflächen sind minimal gepflegt, und die Maßnahmen der Firmenim Rahmen der kommunalen Erhaltung der Rasen und Bäume werdenvon der Öffentlichkeit kritisch aufgenommen.

Der sozialen Kommunikation dienen kulturell- gesellschaftlicheVeranstaltungen. Es gibt nur wenige Kulturzentren. Eines davon