Aufsatz in einer Zeitschrift 
Am Rande der sozialistischen Großstadt : Reflexionen aus einem Betondschungel
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2003, Heft 2

Am Rande der sozialistischen Großstadt

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Petržalka besteht aus fünf Hauptteilen: Ovsište, Háje, Lúky, Dvoryund Malé Centrum. Ein Teil entstand am Assanierungsort der ur-sprünglichen Siedlungen( Ovsište, Starý Háj, Petržalka), ein Teil-wie auch der Name sagt auf ursprünglich landwirtschaftlichemBoden, in Gärten, an Stelle von Waldbestand. Aufbau und Inbetrieb-nahme der einzelnen Teile der Wohnsiedlung gingen in mehrerenPhasen vor sich. Da die Möglichkeit der Wahl des Ortes und derBeschaffenheit einer Wohnung im Sozialismus limitiert war- aufeine Wohnungszuteilung musste man Jahre, ja Jahrzehnte warten-,entsprach diesen Phasen auch die Altersstruktur der Zuzügler. Dieeinzelnen Teile wurden in Generationsgruppen besiedelt, ähnlichbilden auch ihre Kinder solche. Damit ist die Altersschichtung derPlattenhausbewohner nach einzelnen Teilen Petržalkas abgestuft.Eine gewisse Ausnahme bildet nur das Viertel mit dem poetischenNamen, Lúky( Wiesen), wo den Bewohnern der assanierten ur-sprünglichen Häuser Ersatzwohnungen zugeteilt wurden. In diesemViertel sind seit der Beendigung der Aufbauarbeiten Mitte der acht-ziger Jahre auch Rentner und überhaupt ältere Leute zu sehen. DieAltersstruktur beginnt sich erst durch die Entwicklung des Immo-bilienmarktes und die Übernahme der Wohnungen in das privateEigentum seit der Mitte der neunziger Jahre schrittweise zu wandeln.Im Unterschied zu den neubesiedelten Wohnkomplexen und Vier-teln in den Ländern mit Privateigentum, einem entwickelten Immo-bilienmarkt und einer vermögensgeschichteten Gesellschaft warendie neuen Gemeinschaften der Plattenwohnhäuser in einem maximalmöglichen Maße sozial heterogen. Die Mieter eines Hauses konnteneinen sozialen Mix aus Akademikern und hochgebildeten Spezialis-ten, über staatliche Beamte, Techniker, qualifizierte und unqualifi-zierte Arbeiter bis hin zu Asozialen darstellen. Ein Höchstmaß ansozialer Heterogenität war vor allem in Häusern mit staatlichenWohnungen zu verzeichnen, wo ein hoher Prozentsatz an sozialschwachen oder gar sozial bedürftigen Familien, Roma, Soldaten undPolizisten, staatlichen Angestellten und ursprünglichen Bewohnerndes alten Petržalka vertreten war. Gleichzeitig jedoch erwarben hierMenschen mit einflussreicher Stellung im Partei- und Staatsapparat,hochgestellte Manager und Technokraten im staatlichen Unterneh-mensbereich und ihre Verwandten bzw. Menschen, die sich einestaatliche Wohnung zu beschaffen wussten, die preisgünstigen Ob-jekte. In den genossenschaftlichen Wohnungen war das Sozialgefüge