2003, Heft 2
Am Rande der sozialistischen Großstadt
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Hinterland an die ČSR angeschlossen. In der Zwischenkriegszeitwuchs die Zahl seiner Einwohner weiter und schon 1930 erreichte sie14.164. Ein wesentlicher Teil arbeitete in der Bratislavaer oder derörtlichen Industrie. Auch die Obst- und Gemüseproduktion für dieBratislavaer Märkte war eine zusätzliche Einnahmsquelle. Aufgrunddes Wiener Schiedsspruches von 1938 wurde Petržalka mit seinemHinterland dem Großdeutschen Reich angegliedert. Nach dem Endedes Zweiten Weltkrieges 1945 fiel es wiederum an die Tschechoslo-wakei, 1946 wurde es Bratislava eingemeindet. 1950 hatte Petržalka15.966 Einwohner und bis 1970 sank die Zahl auf 13.899.
Das Wachstum Bratislavas in der Zeit nach dem Zweiten Weltkriegerforderte immer neue Flächen für die Bautätigkeit. Vor allem dieKonzeption großer Wohnblöcke, die in der Stadtentwicklung ver-wirklicht wurde, benötigte besonders großräumige kompakte Gebie-te. Am linken Uferteil der Stadt wurden nach und nach die geeignetenFlächen für den konzentrierten Wohnungsbau ausgeschöpft. Deshalbbegann sich das Augenmerk vor allem in der Mitte der sechziger Jahreimmer intensiver auf den rechten Uferteil der Stadt- auf Petržalka-zu richten.
Nach den ersten Ideen, schöpferischen Einfällen, urbanistischenZielen und Projekten sollte Petržalka eine moderne Stadt werden, eineErgänzung Bratislavas am rechten Donauufer. 1966 wurde ein inter-nationaler Wettbewerb für die„ Ideen- und urbanistische Studie desSüdbezirks der Stadt Bratislava“ ausgeschrieben. Die Wettbewerbs-bedingungen sahen die Gestaltung eines urbanistischen Gebildes vor,in dem Fragen des Wohnens, der Arbeit und der Dienstleistungenkomplex gelöst sein sollten und das für 100.000 Einwohner konzipiertwar. Dieser internationale Wettbewerb fand eine ungewöhnliche Re-sonanz, was auch die 84 Wettbewerbsentwürfe, eingereicht von Ar-chitekten aus 19 Ländern, beweisen. Aber die internationale Jurygelangte zu dem Schluss, dass kein Entwurf die qualitativen Parame-ter und Forderungen der Wettbewerbsbedingungen in einem solchenMaße erfüllte, um ihm den ersten oder zweiten Preis zuerkennen zukönnen. Dass kein Entwurf als eindeutig günstigster angenommenwurde, spiegelte sich auch in der allgemeinen Formung der Urban-struktur wider. Die Vorbereitung des Realisierungsprojekts war durchden Wettbewerb nicht klar abgegrenzt, sie wurde unter ökonomi-schen, technologischen, politischen und anderen Zwängen durchge-führt.