Aufsatz in einer Zeitschrift 
Am Rande der sozialistischen Großstadt : Reflexionen aus einem Betondschungel
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Juraj Podoba

ÖZV LVII/ 106

Nach der Gründung der ČSR erlebt Bratislava einen rasantenAufschwung. Die nächste Entwicklungsperiode beginnt nach 1945.Raumpläne( 1948, 1954) und Ergebnisse der Nachkriegsentwicklungbestätigen, dass die Förderung der Industrie Priorität hat. Nach 1968bedingt die neue politisch- administrative Rolle Bratislavas umfang-reichen Neubau. Das geschieht in zwei nach Zweck und Form unter-schiedlichen Ebenen. Einerseits wachsen teure und atypische Gebäu-de der Behörden und staatlichen Institutionen empor, die auch einerepräsentative Aufgabe erfüllen. Das Bestreben nach neuen Domi-nanten setzt sich durch- ihr Aufbau ist begleitet von der Assanierungwertvoller historischer Gebäude und ganzer Baukomplexe. Der zwei-te Weg im Ausbau Bratislavas führt zur Entstehung großräumigerPlattenbauwohnviertel. Seinen Höhepunkt erreicht dieser Bautyp inPetržalka, dem größten Komplex von Plattenwohnhäusern in derehemaligen Slowakischen Sozialistischen Republik und in der heuti-gen Slowakei.

Petržalka entwickelte sich über viele Jahrhunderte eigenständig,wenngleich in unmittelbarer Anbindung an die Urbanstruktur Bratis-lavas. Diese entwickelte sich allerdings asymmetrisch, vor allem imRaum am rechten Donauufer waren andere, weniger günstige Bedin-gungen für die Entstehung einer Siedlungsstruktur vorhanden. DasAreal war von mehreren aktiven und toten Flussarmen durchpflügt,Einsenkungen bildeten sumpfige, schwer zugängliche Bereiche. Einbeträchtlicher Teil des Gebietes war mehrmals im Jahr über-schwemmt. Auch die nahe Staatsgrenze bildete eine starke Barriere.

Trotz der komplizierten natürlichen Bedingungen hat die Besied-lung am rechten Donauufer eine lange Geschichte. Auf diesem Gebietentstanden zwei von deutschen und kroatischen Kolonisten gegrün-dete Orte Flezyndorf und Engerau. Die Bewohner waren vorwie-gend Bauern, ein Teil arbeitete als Fuhrleute und Handwerker. Schonseit dem 19. Jahrhundert wurde dieses Gebiet zu einem Ort derUnterhaltung und Erholung für die Bewohner der Stadt am anderenFlussufer. Ein wichtiger Entwicklungsimpuls war für Petržalka dieErrichtung der Eisenbahnbrücke( 1892) und der Eisenbahn. Zuerstentstanden neue Arbeiterviertel für die Arbeiter der BratislavaerWerke, dann( nach 1900) begann die Industrialisierung des Gebietes.Die Einwohnerzahl Petržalkas stieg von 904 im Jahr 1890 auf 2947im Jahr 1910. 1914 wurde die elektrische Bahnstrecke errichtet, dieBratislava und Petržalka mit Wien verband. 1919 wurde es mit seinem