2003, Heft 1
Chronik der Volkskunde
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immer weiter zurück. Dies endete mit ihrer Doktorarbeit unter dem Titel„ Die Anfänge der ungarischen Volkswohnkultur", in der sie die erstenPhasen der Entwicklung im 13. und 14. Jahrhundert schilderte. Angesichtsihrer Forschungen und Ergebnisse wurde Csilléry 1970 zur Leiterin derMuseologischen Abteilung des Freilichtsmuseums ernannt. Sie wurde 1987pensioniert, blieb jedoch danach für den Unterricht aktiv. Sie hielt zahlreicheVorträge an der Fachhochschule für Bildende Künste, an den Lehrstühlenfür Folklore und für die Materielle Kultur.
Klára Csillérys Ergebnisse vertieften unsere Kenntnisse auf drei größerenGebieten: auf jenem der Technologie, der Herstellungszentren und desMöbelverkaufs(-handels). Bei diesem letzteren Thema spielten die Untersu-chungen über die Beziehungen zwischen den Herstellern und den Händlerneine wichtige Rolle. Das Wissen, das sie in Szuhahuta über die altenTechniken und Werkzeuge der Holzbearbeitung erwarb, veranlaßte sie zumWeiterdenken über ihre spezifischen Ausprägungen und überhaupt über ihreGeschichte und der möglichen Periodizierung. Immer wieder nahm sie auchdie Hilfe der Sprachwissenschaft in Anspruch und untersuchte vor allem dieRolle und den betreffenden Wortschatz der finno- ugrischen und der türki-schen sowie der slawischen Sprachen( Grund- und Lehnwörter), bzw. derdeutschen und der französischen Sprache.
Sie beschäftigte sich intensiv mit den Zentren der ungarischen Möbel-herstellung und versuchte, so viele wie möglich zu identifizieren. Weiterhinwollte sie die ihr eigenen Stilformen, aber auch die stattgefundenen Stilände-rungen beschreiben. Csilléry schrieb über die Möbelbearbeitung und-her-stellung in Hódmezővásárhely, die Tischlerei in Komárom, die eine zentraleRolle in Ungarn spielte, über die Möbelherstellung in Harta und über dieMöbel der Palócen( einer ethnischen Gruppe in Nordungarn).
Was die Wohnkultur anbetrifft, interessierte sie sich in erster Linie fürzwei Themen: einerseits für zentrale Möbelstücke, andererseits für diegesamten Wohnungseinrichtungen und die damit zusammenhängendenWohnweisen. Sie definierte die Rolle der ácsolt láda unter den anderenKastentypen. Aufgrund eines gezimmerten Bettes, das aus Kercaszomor indie Sammlung des Ethnographischen Museums gelangt war, wies sie auf diemittelalterlichen Wurzeln dieses Typs hin, wozu sie auch Parallelstücke aufmittelalterlichen Wand- und Tafelbildern benutzte. Auf ähnliche Weise gingsie der Frage nach der Entwicklung des Tisches nach, etwa am Beispiel des,, Tafeltisches“, der einen Übergang von den Stuhltischen zu den Tischenallgemein darstellt.
Klára Csilléry verwies auch auf die europäische Verteilung und möglicheDiffusion der frühesten ungarischen Möbelstücke wie etwa die Standwiegenund die Bänke mit Gelenkrücklehnen.