2003, Heft I
Chronik der Volkskunde
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zwischen den Einheimischen und den„, Fremden", die den wachen undbeobachtenden Geist beschäftigten. In den ,, Ischler Albumblättern“ ließ erdiese Welt noch einmal erstehen. Obwohl ihn das Studium, der Krieg undspäter sein Beruf von Ischl fernhielten, der alte Salzmarkt an der Traun bliebdoch durch all die Jahre seine Heimat. Dafür hatte er sich im elterlichen Hausin der Brennerstraße ein Refugium mit erlesenen Stücken heimischer Volks-kunst, auf denen das Gemsen- Motiv dominierte, eingerichtet. Die Gemseziert ja auch das alte Wappen Ischls. Für das Heimatbuch der Stadt, das 1966zum Anlass des 500jährigen Marktjubiläums herausgegeben wurde, ver-fasste Franz C. Lipp jenen wichtigen Beitrag, in dem er die verschiedenenkulturellen Grundströme des Ischllandes herausstellte, die zusammen dieEigenart dieser Kulturlandschaft und ihrer Bewohner ausmachen. Er selbstnahm großen Anteil an der kulturellen Entwicklung der Stadt. Er fördertedas Ischler Krippenspiel und verfaßte dazu die wissenschaftlichen Grundla-gen. Er gründete den Ischler Heimatverein, aber auch alle übrigen Traditi-onsverbände, besonders die Armbrustschützen, die Volksmusikanten, dieTrachtenvereine, die Vogelfänger, konnten auf seinen Rat und sein Wohlwollenbauen. Die beobachtende Teilnahme am Glöcklerlauf zählte zu seinen jährlichenFixpunkten. Unauslöschlich wird sein Name jedoch mit der Errichtung desStadtmuseums 1989 verbunden bleiben, was ihm die Stadt mit der Verleihungdes Ehrenringes dankte.
Neben Ischl hatte er in den letzten Jahrzehnten in Altaussee eine zweiteHeimat gefunden. Inspiriert vom Geist Erzherzog Johanns entstanden indieser Periode seine großen Spätwerke. Dazu ist auch seine Arbeit über ,, DasAusseer Gwand“ zu zählen. Diese Arbeit, die er 1992 im Zusammenhangmit der Bearbeitung und Neuaufstellung der Trachtensammlung im Kam-merhofmuseum verfaßte, stellt nicht nur die Summe seiner intensiven Erfor-schung der lokalen Tracht dar, sondern sie spannt auch den Bogen zu denAnfängen seiner Beschäftigung mit der Tracht. Hier bekam er nochmals jeneOriginalstücke in die Hand, die, von Konrad Mautner gesammelt und spätervon seinem Freund Hans Gielge betreut, die Grundlage für das ,, SteirischeTrachtenbuch" von Viktor Geramb bildeten, der im Studenten Franz Lippdas Interesse und die Vorliebe für die Trachtenforschung geweckt hatte.
Den offiziellen Dank des Landes Oberösterreich stattete Landeskulturdirek-tor Mag. Manfred Mohr ab. In seiner umfassenden Würdigung hob er diegroßartigen Leistungen Lipps auf dem Sektor des OÖ. Museumswesens hervor.Dazu zählt die Errichtung und der Aufbau der volkskundlichen Abteilung amOÖ. Landesmuseum, für die er gewissermaßen im Alleingang eine einzigartigeSammlung bäuerlichen Kulturgutes erwerben konnte. Ihm ist auch der Umbaudes Linzer Schlosses zum Museum für Landeskultur zu verdanken. Hier botsich nun der nötige Raum, um neben der landeskundlichen auch die volkskund-