2003, Heft 1
Chronik der Volkskunde
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und Universalmuseen Status- Probleme haben und warum sie( andere) Fra-gen stellen sollten" überaus komplex über den spezifischen Umgang mitKunst und das Prinzip pars pro toto in den genannten Museen, die Notwen-digkeit des Sammelns unter dem Aspekt einer radikalen Selektion und dasProblem der Dauerausstellung. Er schloss mit einem Plädoyer für SloterdijksAussage über das Museum als Schule des Befremdens sowie für das( Origi-nal-) Objekt als größte Ressource der Museen überhaupt, um die Besu-cher/ innen sinnlich involvieren zu können.
Peter Assmann( Direktor OÖ Landesmuseum) brachte einen Überblicküber die Geschichte des OÖ Landesmuseums und seine affiliierten Einrich-tungen wie das Alfred Kubin- Haus in Wernstein oder den Summerauerhofin St. Florian. Anhand von letzterem Beispiel verdeutlicht er die gelungeneKooperation von Landesmuseum( wissenschaftliche Betreuung, Jahrespro-gramm, Öffentlichkeitsarbeit, Vermittlungsprogramm) und lokalen Kusto-den und Förderverein.
Den Vormittagsabschluss machte Carl Aigner( Direktor NÖ Landesmu-seum) ebenfalls mit einer Geschichte seines Hauses. Er betont v.a. dieAnsprüche der Architektur, der Sammeltätigkeit und der modernen Medienan eine Museumsneueröffnung.
Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der NÖ Museumslandschaft:Begonnen wurde mit zwei Beiträgen über das Freilichtmuseum PetronellCarnuntum. Franz Humer( Grabungs- und Projektleiter ArchäologischerPark Carnuntum) sprach über ,, Lebendige Archäologie im FreilichtmuseumPetronell Carnuntum", wo seit 1991 Grabungen und Nachuntersuchungenan den nach dem Zweiten Weltkrieg freigelegten Objekten durchgeführtwerden. Den Besucher/ inne/ n wird die Möglichkeit geboten, sich im Gra-bungsgelände vor Ort über den Stand der Ausgrabungen zu informieren.Markus Wachter( Geschäftsführer Archäologischer Park Carnuntum) stellte,, Marketing von kulturhistorischen Institutionen am Beispiel Carnuntum"vor. Mit dem sogenannten AIDA- Konzept( Attraction, Interest, Desire,Action) soll den( potentiellen) Besucher/ inne/ n die Entscheidungsfindungerleichtert werden. Dafür ist die Herausarbeitung eines unverwechselbarenProfils ebenso notwendig wie die Schaffung von Mythen. Um der Konkur-renz von musealen Institutionen und Freizeitangeboten standhalten zu kön-nen, ist es unumgänglich, sich in den Besucher hineinzudenken und ausdieser Perspektive Angebote für den Individualbesucher und für Gruppen zuentwickeln; dazu zählen auch Veranstaltungszyklen und buchbare Angebote.Denn die beste und billigste Werbung sind zufriedene Besucher/ innen.Neben den klassischen Werbeträgern bieten Kooperationen in Marketing-verbänden, mit Sponsoren aus der Wirtschaft sowie regionale und überre-gionale Verkaufsstrukturen weitere Möglichkeiten der Vermarktung.