2003, Heft 1
Chronik der Volkskunde
101
medizin, ein Thema über das die Referentin bereits einschlägig publizierte( Barbara Maier, Ethik in Gynäkologie und Geburtshilfe, Heidelberg 2000).Zuletzt bleiben zwei Programmeinschübe zu erwähnen, die über For-schungs- und Ausstellungsprojekte zum Thema Geburt informierten. UdoGöẞwald und Henrick Stahr, Berlin, berichteten über den derzeitigen Standdes EU- Projekts ,, Born in Europe"( vgl. dazu die Berichte in dieser Zeit-schrift: ÖZV LV/ 104, Wien 2001, 185–187, und ÖZV LVI/ 105, Wien 2002,44-48, und siehe auch www.born-in-europe.de). Der ganze erste Tag diesesAbschlußsymposions war ebenfalls dem Projekt ,, Born in Europe" gewidmet,wobei die Teilnehmer aus Berlin, Lissabon, Kopenhagen, Aarhus und Göteborghauptsächlich über das gemeinsame Forschungs- und Ausstellungsprojekt ,, Im-migrant Families and their Babies" diskutierten. Einen Werkstattbericht überdas Ausstellungprojekt ,, 175 Jahre Frauenklinik Erlangen“ lieferten fünf Erlan-ger Kolleginnen und Kollegen unter dem Titel ,, Vom Gebärhaus zum Retorten-baby". Den abschließenden Programmpunkt des Symposions bildete der Be-such der Ausstellung ,, Aller Anfang" im Österreichischen Museum für Volks-kunde, wo im Rahmen der„ Langen Nacht der Museen" die Männer inssymbolische ,, Männerkindbett"( Couvade) gebeten wurden. Den erstaunlichvielen mutigen potentiellen oder tatsächlichen Vätern winkte zur Belohnungeine köstliche Wochenbettsuppe. Gabriele Dorffner, Sonia Horn und DorotheaRüb ist für die kompetente Zusammenstellung des Programms und die umsich-tige Organisation und Durchführung der Tagung zu danken. Eine rasche Publi-kation der qualitätvollen Vortragstexte bleibt zu wünschen.
Margot Schindler
Über die Dinge des Alltags. Zur Analyse materieller Kultur
Tübinger kulturwissenschaftliche Gespräche 1
11. Oktober 2002, Schloß Hohentübingen
Die Auseinandersetzung mit Dingen, Artefakten und der materiellen Kulturerfährt interdisziplinär derzeit einen immensen Aufschwung. Tagungen,Forschungsprojekte und Publikationen stellen Artefakte ins Zentrum. Soveranstaltet z.B. der Sonderforschungsbereich ,, Wissenskultur und gesell-schaftlicher Wandel" an der Universität Frankfurt 2003 eine internationaleFachtagung zu„ Die Dinge als Zeichen. Kulturelles Wissen und materielleKultur Perspektiven einer kulturwissenschaftlichen Synthese" und inÖsterreich gibt es ein Ausstellungs- und Forschungsvorhaben zu ,, Dinge desAlltags". Deshalb verwundert nicht, dass die Volkskunde( EuropäischeEthnologie; Empirische Kulturwissenschaft), ein Sammlungsfach par excel-