Jahrgang 
106 (2003) / N.S. 57
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Chronik der Volkskunde

ÖZV LVII/ 106

Einen hervorragenden Beitrag dazu leistete auch der Besuch des St. Mun-go Museums of Religious Life and Art in Glasgow, wo neben der Präsenta-tion des Kreuzigungsbildes von Salvador Dali( Christ of St. John of theCross, 1951) vor allem die Eingebundenheit des Museums in das Alltagsle-ben der Bevölkerung von Glasgow beeindruckte, die diesen Ort zum inter-religiösen und interkulturellen Austausch nützt.

Zum Ausklang des Symposiums unternahm die Gruppe noch einen Aus-flug in die wunderschöne Hügellandschaft an der schottisch- englischenGrenze und besuchte Abbotsford, das Wohnhaus des schottischen Schrift-stellers Sir Walter Scott. Seine Sammelleidenschaft von einer HaarlockeNapoleons bis hin zur Schädeltrophäe eines Walrossbullen- hat das Anwe-sen in eine richtige Kunst- und Wunderkammer verwandelt, die eine Vielzahlvon Besuchern anzieht.

Spannende Referate, unterhaltsame Abendprogramme, beeindruckendeExkursionen, ganz und gar nicht ,, schottisches Wetter" mit viel Sonnen-schein und die perfekte Organisation und liebevolle Betreuung vor Ortmachten dieses Symposium zu einem unvergesslichen Erlebnis für alleTeilhabenden. Leider lässt sich diese besondere Atmosphäre auch durchnoch so viel Begeisterung in der Berichterstattung nur begrenzt übermitteln.Doch das gespannte Interesse und die Vorfreude auf die nächste Tagung derSIEF- Kommission im Jahre 2005, zu der Oliva Wiebel- Fanderl in dasBenediktinerkloster nach Andechs in Bayern einlädt, hat somit vielleichtnicht nur die TeilnehmerInnen an diesem vierten Symposium in Edinburgh2002 erfasst, sondern einen weiteren Kreis von Interessierten erreicht.Romana Geyer

Changing Tastes: Food Culture and theProcess of Industrialization

14th International Ethnological Food Research Conference,Basel/ Vevey, 30. September bis 5. Oktober 2002

Die 14. Tagung der Internationalen Kommission für Ethnologische Nah-rungsforschung widmete sich dem bisher in der Nahrungsethnologie kläg-lich vernachlässigten Thema der Industrialisierung. Neben den Technisie-rungsprozessen der letzten anderthalb Jahrhunderte waren vor allem ihrekulturellen Neben- und Folgeerscheinungen immer mehr ins Blickfeld derethnologischen Forschung gerückt. ,, Changing Tastes" steht daher alsSchlagwort für eine Hinwendung zum tieferen Verständnis gegenwärtigerund vergangener Wandlungsprozesse in der Alltagskultur. Zentrale Bedeu-