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Klaus Beitl
ÖZV LVII/ 106
Abb. 4: Auslandsexkursion nach Österreich des Seminars für Volkskunde derUniversität Frankfurt/ Main, Sommersemester 1960: Leopold Schmidt undMathilde Hain auf dem Kalvarienberg von Frauenkirchen( Burgenland) am15. Juni 1960( Aufn.: Klaus Beitl, swphot. 138.13.)
besondere intellektuelle Erfahrung. Sie führten aber auch zu Erleb-nissen selten gewährter menschlicher Nähe zu der habituell aufDistanz bedachten Person des Lehrers und Gelehrten.
Wenn im internationalen akademischen Austausch aus dem Aus-land Exkursionen nach Wien kamen und diese sich an LeopoldSchmidt wandten, wie z.B. im Frühsommer 1960, als Frau ProfessorMathilde Hain mit ihrem Frankfurter Volkskundeseminar das Muse-um besuchte( Abb. 4), dann war das für Leopold Schmidt zurück-blickend ein Anlaß zu einer für die Außenstehenden merkwürdigenSelbstvergewisserung, mit welcher er einer vermeintlich fehlendenAnerkennung und versteckten Gegnerschaft im eigenen Land entge-gentrat. Wie anders soll man die Textstelle des„, Curriculums"( S. 140) verstehen: Bei solchen Besuchen ,, merkte man, daß es[ d.h.das Museum] in seinem jetzigen Zustand[ nach 15jähriger Aufbauzeitseit dem Zweiten Weltkrieg] auch solchen zunächst museumsfremdenFachkollegen und Fachstudenten etwas hat geben können. Freilichverstärkten wir die bei uns gewonnenen Eindrücke noch durch drei