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Klaus Beitl
ÖZV LVII/ 106
Ein Photo aus etwas späteren Jahren, 1957, kann an dieser Stelleals Metapher verstanden werden( Abb. 2). Bekanntlich ließ das früherwachte germanistisch- volkskundliche Interesse von LeopoldSchmidt an Volkslied und Volksschauspiel ihn schon als Maturanteine kleine fachliche Abhandlung abfassen, die Arthur Haberlandt,dessen Hörer Leopold Schmidt damals noch nicht einmal war, in der,, Wiener Zeitschrift für Volkskunde“, Jahrgang 1931, abdruckte.Dazu Leopold Schmidt in seinem„, Curriculum“( S. 17): ,, Wie ich zudieser Zeitschrift kam, wie sie mit dem Museum zusammenhing istfreilich eine Sache für sich. Nur eines schon hier: Diese kleineArbeit war zufällig einer alten Eintrittsformel[ zu einem Umzugs-spiel] gewidmet: Ich tritt herein ganz knödelfest.' Viele Jahre spätererst erfuhr ich, daß manche meiner späteren Mitarbeiter der Meinungwaren, daß das Wort für meinen Eintritt in die österreichische Volks-kunde überhaupt symbolisch geklungen habe."
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Was mich selbst betrifft, erfuhr mein von zu Hause mitbekomme-nes volkskundliches Interesse durch die Persönlichkeit des Universi-tätslehrers Leopold Schmidt seine endgültige Fixierung. Aus denSeiten meines alten ,, Studienbuches" läßt sich der weitere Gang derDinge des Volkskundestudiums ablesen. Die Ansprüche von Vor-lesungen im 1. Semester mit den Themen ,, Theorie und Methoden derkulturhistorischen Volkskunde“ und„, Die Volkskunde und die geisti-gen Strömungen der Gegenwart" haben mich anfangs so sehr einge-schüchtert, daß ich mich den Kolloquien nicht gestellt habe und dasTestat, womit ,, Der Dozent eigenhändig einen Besuch bestätigt“, garnicht erst abgeholt habe. Meine anfangs wohlbehütete Anonymitätmußte ich allerdings im 2. Semester aufgeben: Wir waren in demkleinen Bibliothekshörsaal des Museums( die Volkskunde verfügtedamals noch über keine eigene Lehrkanzel und demgemäß auch überkein selbständiges Institut) selten mehr als ein halbes Dutzend Hörer.Und so mußte der regelmäßig erscheinende, stille Gast in der drittenTischreihe sich endlich zu erkennen geben. Eine ältere Hörerin,Helene Grünn war es, die – aus reiner Neugierde oder über ,, höherenAuftrag"? mir bedeutete, daß man sich als regelmäßiger Zuhörervon Vorlesungen beim„, Herrn Dozenten“ persönlich vorzustellenhabe. Ich leistete diesem Hinweis Folge und klopfte zum ersten Malan die im späteren Verlauf so bedeutsame Tür der Direktion. Sobefangen ich in der Deklarierung meines Namens und damit in derOffenlegung meiner Herkunft war, so unbedacht entwich mir- unter
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