Aufsatz in einer Zeitschrift 
30 Jahre Tür an Tür mit Leopold Schmidt : Erinnerungen aus Studienzeit und Berufsleben
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Klaus Beitl

ÖZV LVII/ 106

sprache bedienen. Die Grundlage hierfür sind zeitgenössische Photo-graphien. In meinem persönlichen Bildarchiv und in der Photothekdes Österreichischen Museums für Volkskunde sind ungezählte Bil-der verwahrt, die den Weg der Erinnerung, den ich mit Ihnen antretenwill, anschaulich zu begleiten und zu erhellen vermögen.

,, Türen und Tore" sollen bemüht werden als symbolische Bildge-stalten zur Markierung der Etappen und Übergänge meiner hiererinnerten Studienzeit und Berufslaufbahn: ,, Tür an Tür" mit LeopoldSchmidt durch 30 Jahre hindurch das bedeutet für mich eine ganzeReihe lebensbestimmender Abschnitte und Passagen.

Da ist zuerst die Wiener Studienzeit von 1950 bis 1956/57( ein-schließlich von vier Auslandssemestern in Paris) und daran anschlie-Bend, 1957 bis 1959, weitere zwei postgraduale Lehr- und Wander-jahre abermals in Frankreich und auch in Deutschland; daraufhin1959 der Antritt des Dienstes als Wissenschaftlicher Assistent amWiener Volkskundemuseum auf einem neu geschaffenen Dienstpo-sten; späterhin Kustos bis zur Ernennung zum Museumsdirektor inNachfolge von Leopold Schmidt am 1. Jänner 1978; in dieser Eigen-schaft noch vier weitere Jahre im Museum in harmonischer ,, Kohabi-tation mit dem Amtsvorgänger, mit welchem bei meinem Direkti-onsantritt zu Neujahr in eigenhändiger Aktion lediglich die Dien-sträume zu tauschen waren. Die unvorhergesehene schwere Erkran-kung von Leopold Schmidt im Herbst 1981 und sein Tod am 12. De-zember desselben Jahres haben dieser 30jährigen engen Kooperationjäh ein Ende gesetzt.

Die Fülle verfügbarer Bildzeugnisse und ein breiter Strom persön-licher Erinnerungen gebieten es, mich im folgenden auf eine Auswahlvon einigen Episoden zu beschränken.

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Voran die Zeit des Universitätsstudiums und der Lehr- und Wanderjahre:Sommer 1950 Matura am Bundesrealgymnasium in Bludenz, Vor-arlberg. Die weiß- blaue Kokarde im Knopfloch der Jacke bei derMaturafeier deutete bereits auf meine Entscheidung für ein Studiuman einer Philosophischen Fakultät hin. Die Wahl der Germanistik undRomanistik war durch meine Vorliebe für diese Fächer während derMittelschulzeit bestimmt. Volkskunde- im Lehrplan des Realgym-nasiums als Unterrichtsfach nicht vorhanden kann als frühe Prä-gung durch den Vater gelten. Im Berliner Elternhaus bin ich als Bubangesichts vieler volkskundlicher Bücher und als Zuhörer von vielen