Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde106 (2003) / N.S. 57Brückner, Wolfgang: Leopold Schmidt und das deutschsprachige Mitteleuropa

  
Aufsatz in einer Zeitschrift 
Leopold Schmidt und das deutschsprachige Mitteleuropa
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2003, Heft 1 Leopold Schmidt und das deutschsprachige Mitteleuropa

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Philologie", einem dreibändigen Superkompendium des Erich-Schmidt- Verlages in Berlin- West, das in den fünfziger Jahren jederdeutsche Germanistikstudent benutzte oder gar besaß, weil es porti-onsweise in finanzierbaren Lieferungen erschien. Die deutscheVolkskunde stand damals entsprechend ihrer akademischen Etablie-rungsgeschichte noch ganz und gar im Banne der Germanistik, wes-halb ja Röhrich, Elisabeth Roth, Bausinger, Lutz, Ina- Maria Gre-verus, Cox, Brednich, Siuts, Harmening, ich selbst, all die jetzigendeutschen Volkskunde- Emeriti( bis auf Wiegelmann, den Geogra-phen) von Hause aus selbstverständlich Germanisten waren. DerLiteraturwissenschaftler Wolfgang Stammler und der VolkskundlerWill- Erich Peuckert gaben damals die ,, Zeitschrift für deutsche Phi-lologie bei Erich Schmidt in Berlin- West heraus, und dort erschienenalle großen Bücher Peuckerts zur Magiegeschichte sowie seine Sa-geneditionen.

Der dritte und letzte Band von Stammlers ,, Aufriẞ" schloß 1956mit der Volkskunde. Mathilde Hain, Dünninger, Peuckert, Seemanhandelten von den für die Philologen wichtigen Bereichen des Fa-ches, wobei Frau Hain für das, Volksschauspiel" Leopold Schmidtaus Wien hinzuzog und nicht den Spätheimkehrer Hans Moser ausMünchen, der 1938 das entsprechende Handbuch der Verbandsreihe,, Deutsches Volkstum verfaßt hatte und nun im ,, Bayerischen Jahr-buch" 1954 die Grundlegung einer neuen, auf archivalischer Quel-lenerarbeitung fußenden historischen statt mythomanischen Volks-kundeforschung forderte. Beim Volksschauspiel und Lied hatteSchmidt genau diese Kriterien erfüllt und stand hier ganz im BanneHans Mosers, dem er sein großes Berliner Handbuch, das schließlich1962 aus dem Handbuchartikel erwuchs ,,, in dankbarer Freund-schaft" widmete. Es erschien gleichfalls bei Erich Schmidt in Berlin,und ihm folgte vier Jahre später der Sammelband ,, Volksglaube undVolksbrauch" 1966, parallel zu meiner eigenen Habilitationsschrift,, Bildnis und Brauch im selben Jahr und Verlag, die ihre Begründungdes sich Beschäftigens mit europäischem Hofzeremoniell und abso-lutistischer Strafrechtspraxis expressis verbis aus Leopold Schmidts, Volkskunde als Geisteswissenschaft von 1947 bezog.

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Weitere vier Jahre später erschien ebenfalls in Berlin LeopoldSchmidts Sammelband ,, Volksgesang und Volkslied" 1970, aber auchdie opulenteVolkskunst Österreichs 1966 kam gleichzeitig inWestdeutschland, in Hannover, und Wien auf den Markt, dort auch

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