Jahrgang 
117 (2014) / N.S. 68
Seite
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Literatur der Volkskunde

Zum Schluss komme ich nochmals auf das Wesentliche zurück: DasWerk hat nicht die Absicht, historische Fakten oder auch nur wortwört-liche Transkriptionen von Erzählungen zu präsentieren, den Herausge-berinnen ist es vor allem um ein spannendes und eingängiges Leseer-lebnis für ein breiteres Publikum gegangen. Auch so freilich bieten dieInterviews jenen» Einblick in die Erlebnisse und Denkweisen des Inter-viewten«<, wie ihn D. Wierling gefordert hat( Oral history. In: Maurer( Hg.): Aufriss der Historischen Wissenschaften, 7, 2003, 143) undwer mit den Originaltexten weiterarbeiten möchte, kann dies direkt imArchiv des Instituts für Ethnologie der Akademie der Wissenschaftender Tschechischen Republik in Brünn tun.

Ľubica Volanská

Roland Tusch: Wächterhäuser an der

Semmeringbahn: Haus- Infrastruktur- Landschaft

(= Publikationen des Südbahn Museums, Bd. 8).Innsbruck: Studienverlag 2014, 221 Seiten, zahlr. Illustr.

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55»> Wächterhäuser« säumten einst die knapp 42 km lange Eisenbahn-strecke zwischen Gloggnitz und Mürzzuschlag. Heute bestehen noch47 solcher Gebäude. Seit der Erhebung der Semmeringbahn zumUNESCO- Welterbe 1998 bilden sie einen integrativen Bestandteil alljener Elemente, die zum» außergewöhnlich universellen Wert<< dieserWelterbestätte beitragen. Der Architekt Moritz von Löhr( 1810-1874)war- wie für die übrigen Hochbauten der Bahn zwischen Wien undMürzzuschlag mit der Planung der Häuser betraut, die sich durchnüchternen Baustil, beständige Materialien und solide Ausführung aus-zeichnen. Zu Beginn der 1850er Jahre errichtet, standen sie bei Betriebs-aufnahme der Bahn über den Semmering 1854 zur Verfügung. Allerdingshaben diese Gebäude schon längst ihre ursprüngliche Funktion, dieÜberwachung des Zustandes der Strecke und des Zugsverkehrs, verlo-ren. Die 43 Häuser, die im Besitz der ÖBB stehen( 4 Häuser sind imPrivateigentum), stellen deshalb ein Sorgenkind der Erhaltung dar: Es

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