Jahrgang 
117 (2014) / N.S. 68
Seite
310
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310 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXVIII/ 117, 2014, Heft 3+ 4

Auch die sechste Jahresversammlung mit Tagung des netzwerksmode textil war so bunt und vielfältig wie seine Mitglieder. Themen ausder Praxis und Themen aus der Theorie ergänzten einander und ließendas Treffen lehrreich und bereichernd werden. Die siebte Jahresver-sammlung wird im Mai 2015 in Berlin stattfinden.

Kathrin Pallestrang

Wo liegt die Zukunft der ethnographischen Museen? Bericht über eineDiskussionsveranstaltung im Weltmuseum Wien, 23. Oktober 2014

Am Österreichischen Museumstag 2013 in Bozen hatte Direktor StevenEngelsman das neue Konzept der Schausammlung in Form von Schau-depots im kurz davor auf Weltmuseum Wien umbenannten Völker-kundemuseum vorgestellt und dabei die Eröffnung des neu gestaltetenMuseums per 26. Oktober 2016 angekündigt. Auch wenn das Projektinzwischen gestoppt wurde, weil bereits die Basisabgeltung dem Kultur-ministerium zu hoch erscheint, initiierte Engelmans Präsentation eineauch für die Volkskunde interessante Diskussion. Im Anschluss an denDirektor des Weltmuseums Wien hatte Volker Rodekamp, Ethnologeund Präsident des Deutschen Museumsbunds, darauf hingewiesen, dassdie Volkskunde wie auch die Völkerkunde im allgemeinen Verständ-nis mit etwas» Altem«< verbunden würde. Letztere, so merkte Rode-kamp fachkritisch an, würde Ausstellungen über Länder und Regionenmachen, die Menschen von dort jedoch nicht miteinbeziehen; man solle>> demütiger<< werden und sich öffnen.

An diese Worte dachte ich, als ich mich am 23. Oktober 2014 zurPodiumsdiskussion mit dem Titel» Wo liegt die Zukunft der ethno-graphischen Museen?« auf Einladung der AG Museen der DeutschenGesellschaft für Völkerkunde im Weltmuseum Wien einfand. Im letz-ten Jahrzehnt war innerhalb der Museumswelt zu diesem Thema debat-tiert und einiges in Bewegung gesetzt worden. Auch von außen hatteman sich kritisch mit dieser Frage beschäftigt. Die ExpertInnenrundesetzte sich zusammen aus KulturwissenschaftlerInnen, VertreterInnender zeitgenössischen Kunstforschung und-praxis, KünstlerInnen, Kura-