Chronik der Volkskunde
Bericht zur 3. Tagung der Kommission Kulturen populärer Unterhaltungund Vergnügung( KPUV) in der dgv: Erschaffen, Erleben, Erinnern.Fankulturen als Akteure populärer Unterhaltung und Vergnügung,10. bis 12. Oktober 2014, Universität Regensburg
Die Kommission Kulturen populärer Unterhaltung und Vergnügung inder Deutschen Gesellschaft für Volkskunde veranstaltete vom 10.- 12.Oktober ihre dritte Tagung. Dieses Mal lag der Schwerpunkt auf dem» Erschaffen«<,>> Erleben« und» Erinnern« in» Fankulturen als Akteurepopulärer Unterhaltung und Vergnügung«. Ausgerichtet wurde dieTagung am Institut für Information und Medien, Sprache und Kulturder Universität Regensburg durch Manuel Trummer( Regensburg) undBrigitte Frizzoni( Zürich). Neben der ausgezeichneten Organisationdurch die VeranstalterInnen schaffte insbesondere die auf Sichtbetonbasierende Architektur des Tagungsortes eine einmalige Atmosphäre.Schon bei der Ansicht des Programms viel auf, dass auch bei dieserTagung Forschungen über Fußballfankulturen dominant waren. So setz-ten die OrganisatorInnen der Tagung auch mit einer Podiumsdiskussionzur Fußball- Weltmeisterschaft 2014 einen eindeutigen Schwerpunkt.Nach der Begrüßung durch Daniel Drascek( Regensburg), Brigitte Friz-zoni und Manuel Trummer stellte Brigitte Frizzoni die schwierige Fragenach der Definition eines Fans. Diese Frage wurde auch während derVorträge und der Podiumsdiskussion immer wieder aufgegriffen.
Mit dem Vortrag von Susan Gamper( Bamberg) über das Recht aufTeilhabe und die Deutungshoheit im Fußballstadion begann das erstePanel. Sie betonte, dass der Protest gegen die Kommerzialisierung zwarauch einen nostalgischen Charakter habe, aber die politische Dimensionim Vordergrund stehe. So bestimmen Ultra- Gruppen die Stimmung imStadion mit und erhoffen sich dadurch auch eine gewisse Mitbestim-mung und Anerkennung für ihr Engagement. Charles Wey( Zürich)beschäftigte sich mit der Aushandlung gesellschaftlicher Machtverhält-nisse anhand des Fußballsystems und der Fußball- Fankultur des FCZürich. Er arbeitete heraus, wie die Fans eines Arbeiterclubs die gesell-schaftliche Ordnung, z.B. Gentrifizierungsprozesse und das Bild derprofitorientierten, bürokratischen» Bänkerstadt«< Zürich, herausfordernund dabei einen alternativen urbanen Raum konstruieren.
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