Jahrgang 
117 (2014) / N.S. 68
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXVIII/ 117, 2014, Heft 3+ 4

spielt und ein Mädchen mit einem Playmobil- Shoppingcenter, in demdie Frauenfigur mit dem Kinderwagen gerade einkaufen geht. Der erstePlaymobil- Katalog( von 1974) zeigt ebenfalls einen Buben, der mit Bau-arbeitern beschäftigt ist. Erst 1977 findet sich wieder ein Kind im Kata-log abgebildet, es ist ein Mädchen vor einer Ritterburg. In den folgendenKatalogen widmen sich Buben und Mädchen gemeinsam Piraten undRitterburgen, Eisenbahnen und der Müllabfuhr. Generell sind in denPlaymobil- Katalogen der ersten Jahre selten Kinder zu sehen, das verän-dert sich ab 1989/90. Ab diesem Zeitpunkt zeigen Buben und Mädchenan, für welche Gendergruppe das abgebildete Spielzeug gedacht ist. ImKatalog von 1990/91 spielt ein Junge( blau angezogen) und ein Mädchen( rosa angezogen) zunächst gemeinsam mit einem Freizeitpark, auf denweiteren Seiten finden sich jedoch Buben mit einem Autoabschlepp-dienst und im Wilden Westen, Mädchen hingegen mit einem Puppen-haus. Ab da enthalten fast alle weiteren Kataloge Seiten in rosa Design,die Puppenhäuser, Märchenschlösser oder Feenwelten präsentieren.

Auch der Onlineshop auf der Website von Playmobil ist nach Gen-derwelten gegliedert. Eine Suchabfrage nach» Junge« oder» Mädchen<<sortiert die Produkte innerhalb jener Themenbereiche, die nicht schonvon vornherein einem Genderstereotyp entsprechen wie» Country« oder>> Wild Life<<. Die 2011 eingeführte Produktlinie» Playmobil Figures<<wird in rosa( enthalten ist eine Prinzessin, Fee, Geisha etc.) und blauerVerpackung( Pirat, Ritter, Sträfling etc.) angeboten. Etliche weitereBeispiele für genderorientiertes Produktsortiment, etwa die Adventka-lender, ließen sich anführen. Nicht nur geobra Brandstätter, auch vieleweitere Spielzeughersteller und Erzeuger von anderen Produkten fürKinder, seien es Möbel, Kleidungsstücke oder Schultaschen, setzen mitt-lerweile auf traditionelle Geschlechterstereotype in Angebot, Designund Marketing. Die Zeitung Die Presse kommentiert diesen Umstandin einem Bericht über eine Siebenjährige, die mehr weibliche Figuren inden Action- und Abenteuersets der Firma Lego gefordert hatte, mit derÜberschrift» Rosa zahlt sich einfach aus« und zitiert die Berliner Mar-ketingberaterin Diana Jaffé:» Aber wenn es nicht gekauft würde, gäbe

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http://www.playmobil.de

Jeanne Hierländer: Rosa zahlt sich einfach aus. Nirgends ist die Welt so striktin Geschlechterrollen unterteilt wie bei Spielzeug.» Sexismus?<< Nein, die Firmenwollen nur eins: verkaufen. In: Die Presse, 9.2.2014, S. 34.