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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXVIII/ 117, 2014, Heft 3+ 4
der Sichtbarkeit erklärt), so zeigt das Museum doch Objekte, die keineneinigermaßen neugierigen Betrachter kalt lassen werden. Dies betrifftdie Erinnerungskultur um Andreas Hofer ebenso wie die Stücke aus deritalienischen Freiheitsbewegung.
Stellvertretend für vieles andere kann im Anschluss an das Jahr desGedenkens an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges besonders auf denüberaus eindrucksvollen Raum zu diesem Krieg hingewiesen werden.Die Wände sind gefüllt mit Gemälden, die von den genannten heroi-sierenden Schinken bis zu dem berühmten Gemälde von Egger- Lienzreichen; davor aber stehen, sehr puristisch, einige wenige, dichteObjektgruppen. In der Mitte ein italienischer Flammenwerfer, an derRückwand ein knappes Dutzend Gewehre der europäischen Armeen,unweit davon vier Maschinengewehre, in einer anderen Vitrine ein Feld-altar mit allem Drum und Dran, in einer weiteren die persönliche Hin-terlassenschaft eines Soldaten, in einer letzten schließlich die kompletteAusrüstung eines Feld- Telefonisten. Diese Objekte oder Ensemblesentfalten sich mit einer geradezu brutalen, erschütternden Präsenz. DerRaum gehört in seiner Einfachheit zum Besten, was 2014 zum Themazu sehen war.
Im Kontext unserer Frage wird daraus Folgendes deutlich: So sehrdas Tirol Panorama das Kaiserjägermuseum also einerseits durch Phan-tasie, Abwechslung und schiere Größe in den Rucksack gepackt hat, sosehr bleibt auch der Eindruck, dass eine Sammlung wie die des Kaiser-jägermuseums gewissermaßen ein Reservoir von Bedeutungen bewahrt,die ein Museum wie das Tirol Panorama mit dem Schauplatz Tirol nuranzapfen kann. Und das tut es, sehr plastisch, durch den unterirdischenZugang. Es gibt also, so könnte man zugespitzt formulieren, Elemente,bei denen sich der Schauplatz Tirol etwas abschauen kann. Das einescheint fremd und wirklich, das andere ein Spiel. Ich sage das bewusstmit der Emotion und dem neidvollen Blick eines Museumsmenschenund in der Überzeugung, dass sich diese Faszination der Objekte auch aufganz unbedarfte Besucher überträgt. Der sehr unterschiedliche Umgangmit den Objekten in den beiden Häusern erlaubt es dem Besucher, einGefühl für eben diesen Umgang zu entwickeln, und die Objekte werden
4 Einen Einblick in die Weltkriegssammlung zur bildenden Kunst gibt: Kunstaus-stellung. Die Kaiserjäger im Weltkriege. Innsbruck Februar-März 1918. Innsbruck1918.