Ansgar Reiß, Zwischen Denkmal und Panorama
Der Gegensatz der Häuser
>> Tirol Panorama mit Kaiserjägermuseum«, damit sind, wie angedeutet,zwei markante Komponenten benannt. Um das Zusammenspiel genauerzu analysieren, lässt sich die Frage vielleicht so formulieren: Wirddas eine, das Kaiserjägermuseum, vom anderen, dem Tirol Panorama,gewissermaßen Huckepack genommen und einfach fortgetragen? DasWörtchen>> mit<< scheint dies zu signalisieren. Nimmt also die eine, diegrößere, die moderne Struktur, die andere einfach mit sich fort? Oderstehen sich die Komponenten doch als eine Art These und Antithesegegenüber, die miteinander in Korrespondenz treten, so dass tatsächlicheine lebendige Synthese entsteht? Die logistische und touristische Syn-these, die Synthese der Eingangsbereiche, der Toiletten und Gardero-benräume ist gelungen. Aber was darüber hinaus?
Um der Frage näher zu treten, ist es sinnvoll, sich den Weg desBesuchers zu verdeutlichen. Um zum Kaiserjägermuseum zu gelangen,ist zunächst, von Wilten kommend, der erste Hang des Bergisels zuerklimmen. Am Museum angelangt, tut sich ein überraschendes Hin-dernis auf: Am Eingang des» Tiroler Kaiserjägermuseums«<, der» And-reas Hofer Galerie«< und der» Tiroler Ehrenhalle«<, die allesamt von dergroßen Inschrift am Gebäude angekündigt werden, hängt ein Schild» Hier kein Eingang«. Das Schild verweist auf das Gebäude gegenüber.Vom Platz zwischen den Eingängen tut sich nach Nordosten ein Aus-blick auf, am Rand der Terrasse steht ein Pavillon. Wir befinden unsin einem Park, eine moderne Skulptur macht dies ganz deutlich. Dochder grobe Kies hält vom Verweilen ab, es bleibt der Weg zum moder-nen Glaseingang gegenüber. Am Anfang steht also eine Irritation. EinSpiel von These und Antithese hat am verschlossenen Eingang architek-tonisch begonnen.
Die Besucherführung im Tirol Panorama soll hier nicht im Ein-zelnen beschrieben werden. Links liegt mit schöner Aussicht dasCafé, an der Kasse vorbei geht es um den im Inneren der Halle markanterkennbaren Rundbau herum, dann über eine Rolltreppe hinab, von dorthinauf ins Panorama. Damit bricht der Sichtkontakt zur Außenwelt, dervorher durch die großen Fensterflächen dominant war, zunächst ab. VomPanorama führt der Weg an einer Wand mit Erinnerungsstücken derKaiserschützen vorbei durch den bunten und reichhaltigen» SchauplatzTirol«< hindurch unterirdisch zum Kaiserjägermuseum hinüber, das, wie
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