Aufsatz in einer Zeitschrift 
Modo panoramico? : das Tirol Panorama am Innsbrucker Bergisel – Mutmaßungen über die Medienimmanenz des Affirmativen
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Bernhard Tschofen, Modo panoramico?

und Menschen in einem sinnhaft gestalteten und sinnlich erfahrbarenRaum.2

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Woran liegt aber die Spezifik der hiesigen Situation? Sie wird grossomodo von zweierlei bestimmt: Zum einen ist nicht zu verkennen, dass essich beim Bergisel per se um einen ausgemachten Gedächtnisort handelt.Als>> lieu de mémoire«( Pierre Nora) ist er aber nicht nur ein mächtigerOrt, sondern als solcher auch mehrschichtig und ein Stück weit banal.Er präsentiert sich nämlich allein schon räumlich und baulich zugleichentrückt und in seiner Nähe zu Autobahn, Sillschlucht und den Bau-ten der urbanen Peripherie auch nahe an der spätmodernen Wirklich-keit einer entgrenzten Region. Zum anderen ist die Situation im TirolPanorama von der Mehrschichtigkeit der expositorischen Aufgabenstel-lung gekennzeichnet. Sie integriert erstens ein historisch gewordenesMedium unterhaltender Erinnerungskultur( das Rundgemälde³), zwei-tens ein bestehendes Museum als Zeugnis eines historischen Umgangsmit Geschichte( Kaiserjägermuseum4) und drittens gewissermaßendazwischen und daneben- den Anspruch, den Ort selbst, das Medium,die damit verbundenen Praktiken und Kontexte entsprechend zu situie-ren. Das ist in aller Kürze ein für Inhalt und Gestaltung gleichermaßenanspruchsvolles Programm, das es nicht leicht macht, aus dem Schattendes Orts herauszutreten. Warum das Ensemble, so der Gesamteindruck,in der Wirkung des Orts gefangen bleibt, wäre ausführlich zu disku-tieren, und die Veranstaltung am Bergisel hat dafür auch viele Ansätzegeliefert. Im Mittelpunkt der hier skizzierten Mutmaßungen soll, wieim Untertitel angedeutet, ein besonderes Problem stehen. Es handelt

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Beispielhaft dargelegt bei Gottfried Korff: Betörung durch Reflexion. Sechs umExkurse ergänzte Bemerkungen zur epistemischen Anordnung von Dingen. In:Anke te Heesen, Petra Lutz( Hg.): Dingwelten. Das Museum als Erkenntnisort.Köln, Weimar, Wien 2005, S. 89–108.

Das 1896 fertiggestellte sogenannte Riesenrundgemälde von Michael Zeno Diemer( 1867-1939) zeigt die Ereignisse der dritten Schlacht am Bergisel vom 13. August1809: Historisch umfassend aufgearbeitet bei Susanne Gurschler: Panorama der>> Schlacht am Bergisel«<- die Geschichte des Innsbrucker Riesenrundgemäldes.Innsbruck 2011. Vgl. auch Isabelle Brandauer, Wolfgang Meighörner, Saskia DanaeNowag: Das Innsbrucker Riesenrundgemälde. Ein Gemälde- viele Bilder. Inns-bruck 2013.

Als Museum der k.u.k. Kaiserjäger 1880 errichtet, beherbergt der Bau auch eine» Andreas Hofer Galerie« und die» Tiroler Ehrenhalle«. Vgl. den Beitrag von AnsgarReiß in diesem Band.

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