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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
1930-1950. Volkskunde- Museum- Stadt.
7. und 8. November 2013, Wien
LXVIII/ 117, 2014, Heft 1+ 2
In den Räumen des Österreichischen Volkskundemuseums in Wienfand am 7. und 8. November 2013 ein Workshop zum Thema» 1930–1950. VolkskundeStadt<< statt. Der Ausgangspunkt dafür
Museum
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lag in einem FWF- Projekt, in dessen Rahmen die Geschichte des Öster-reichischen Museums für Volkskunde vor, im und unmittelbar nach derZeit des Nationalsozialismus neu erforscht wurde. Die Organisatorin-nen und Projektbearbeiterinnen Birgit Johler und Magdalena Puch-berger legten die inhaltliche Konzeption der zweitägige Veranstaltungsehr breit an, um unterschiedliche Positionen und Aspekte der Wissen-schaftsgeschichte zu diskutieren, gleichzeitig aber auch Studien zu volks-kundlichen Akteuren und Netzwerken, zur Alltags- und Popularkultur-forschung, zur Stadtforschung, zur Verbindung zwischen Wissenschaft,Politik und Gesellschaft an das Thema heranzuführen. Nicht zuletztsollten Desiderata in der bisherigen Darstellung des Wiener Museumsim Rahmen der Fachgeschichte thematisiert und diskutiert werden. Deninneren Arbeitskreis des Workshops, bestehend aus den Vortragendenund KommentatorInnen am Podium, erweiterte eine Gruppe von- jenach Frequenz- 15 bis 25 ZuhörerInnen, die sich ebenfalls an den regenDiskussionen beteiligten.
Die insgesamt zehn Vorträge, die von Fachkommentaren undmoderierten Diskussionen begleitet wurden, waren drei miteinander inBeziehung stehenden Themen zugeordnet. Am ersten Halbtag ging esum>> Kontinuitäten und Brüche volkskundlichen Wissens«<, am zweitenwurden» Volkskulturelle Praktiken in der Großstadt«< vorgestellt unddebattiert und am dritten behandelte man das Thema» Handlungs( spiel)räume im Nationalsozialismus«. Als Kommentatoren der Beiträge konn-ten neben namhaften FachvertreterInnen( u.a. Reinhard Johler, BrigittaSchmidt- Lauber und Elisabeth Timm) auch der Wissenschaftsthistori-ker Mitchell Ash sowie Siegfried Mattl und Heidemarie Uhl als Zeithis-toriker gewonnen werden.
In seiner Begrüßung stellte Matthias Beitl das FWF- Projekt kurzvor um dann an Konrad Köstlin zu übergeben, der auf die» kleine Weltdes Volkskundemuseums« als einen Ort der scheinbar harmlosen, bür-gerlichen Milieus hinwies, den es zu dekonstruieren gilt. An diesem