352
Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXIX/ 118, 2015, Heft 3+ 4
österreichischen Länder, sollte es denn solche Bände jemals geben, hatGunter Dimt mit diesem Band, um einen Begriff aus der Sportwelt zugebrauchen, nicht nur wegen der Fülle der Abbildungen die Latte jeden-falls hoch gelegt.
Olaf Bockhorn
Irene Ranzmaier: Die anthropologische Gesellschaft in Wienund die akademische Etablierung anthropologischer Disziplinen
an der Universität Wien, 1870-1930
(= Wissenschaft, Macht und Kultur in der modernen Geschichte, Bd. 2).Wien, Köln, Weimar: Böhlau Verlag 2013, 341 Seiten.
Irene Ranzmeier, Historikerin und Germanistin mit wissenschaftsge-schichtlichem Schwerpunkt- ihre Studie zur Wiener universitären Ger-manistik zwischen 1938 und 1945 ist auch im Hinblick auf die damaligeVolkskunde und ihre Geschichte an der Universität Wien von Interesse¹
hat sich zwischen 2006 und 2009 in einem vom FWF finanziertenProjekt unter der Leitung von Mitchell G. Ash mit der Geschichte derAnthropologischen Gesellschaft in Wien( AGW) beschäftigt, dessenErgebnisse seit 2013 auch in Buchform vorliegen.
Diese frühe wissenschaftliche Vereinigung, vergleichbar mit anderenin der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ins Leben gerufenen west-europäischen anthropologischen Gesellschaften, wurde am 21.2.1870gegründet und ist für die Entwicklung der Volkskunde in Österreich,also ihre Frühzeit, durchaus von Wichtigkeit, was schon ein ersterBlick ins Personenverzeichnis zeigt: J. R. Bünker, A. Dachler, A. undM. Haberlandt, W. Hein, R. F. Kaindl, F. S. Krauss, R. Meringer, R.Much, A. Pfalz d. Ä., K. J. Schoer, auch F. von Andrian- Werburg und L.v. Schröder sind Namen, die zumindest den älteren Vertreterinnen undVertretern der Volkskunde noch geläufig und mit bestimmten Themen
1 Irene Ranzmaier: Germanistik an der Universität Wien zur Zeit des Nationalsozia-lismus. Karrieren, Konflikte und die Wissenschaft(= Literaturgeschichte in Studienund Quellen 10). Wien, Köln, Weimar 2005.