Chronik der Volkskunde
waren Thema bei der abschließenden, von Lukasz Nieradzik geführtenDiskussion. Man sei kaum in konkrete Verhältnisse vorgedrungen, alsozu den Interaktionen zwischen Mensch und Tier in alltäglichen Hand-lungszusammenhängen. Vieles bewege sich nach wie vor auf der diskur-siven und begrifflichen Ebene. Gleichzeitig sind sozialwissenschaftlichePerspektiven auf Tierproduktion rar, der Austausch mit anderen Diszi-plinen, die weiterhelfen könnten, noch mehr. Spannend scheinen allenvoran für eine europäisch- ethnologische Perspektive die konkreten Mik-rosituationen, das Zusammenwirken von Tier, Mensch und Maschineals kulturelle und soziale Praktiken, die immer als in spezifische Raum-,Artefakt- und Diskurskonstellationen eingebunden zu verstehen sind:im Stall, beim Melken, im Schlachtbetrieb, beim Herdenmanagement aufder Weide, bei der Fütterung.
Die Beiträge der Konferenz werden voraussichtlich 2016 im Jahr-buch für Geschichte des ländlichen Raumes erscheinen.
Laura Gozzer
Tagungsbericht» Doing University<<,Universität Wien, 19. bis 21. März 2015
Das eigene wissenschaftliche Tun und akademische Umfeld zu beleuch-ten und zu reflektieren und dabei Akteur_innen, Strukturen und Prakti-ken in den Blick zu nehmen- das war das Leitmotiv der interdisziplinä-ren Tagung» Doing University. Reflexionen universitärer Alltagspraxis«,welche vom 19. bis 21. März 2015 in Wien stattfand. Im Zuge eineszweisemestrigen Studienprojekts zum Thema» Akademische Kulturen<<am Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien wurde sievon einer Studierendengruppe gemeinsam mit der Lehrveranstaltungslei-terin Brigitta Schmidt- Lauber geplant und durchgeführt. Anlass für dasThema» Akademische Kulturen« im Sommersemester 2014 und Win-tersemester 2014/15 bot die 650- Jahr- Feier der Alma Mater, in derenRahmen die Tagung auch abgehalten wurde als Besonderheit, wie beider Begrüßung sowohl die Dekanin der Historisch- Kulturwissenschaft-lichen Fakultät, Claudia Theune- Vogt, als auch Brigitta Schmidt- Lauber
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