Aufsatz in einer Zeitschrift 
Metamorphische Prozesse : der kuratierte Konsum, das Sammeln und die Museumsobjekte
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Gudrun M. König, Metamorphische Prozesse

diversen Sinnzustände von Sammlungsobjekt, Forschungsgegenstandund Exponat gerecht. Dies setzt aber voraus, dass die musealen Zurich-tungen reflektiert und die Vorstellungen einer feststehenden musealenBedeutung revidiert werden. Museale Kontextualisierung, so folgt dar-aus, erfordert die Transparenz einer Multikontextualisierung.

Fragmentarik des Sammelns

Der museale Bestand hat den ersten metamorphischen Prozess der Orts-veränderung aus dem Alltag in das Depot durchlaufen. Konstitutiv ist dieFragmentarik und Kontingenz des Überlieferungs- und Auswahlprozes-ses beim Sammeln und Erwerben. In der volkskundlichen Museumsge-schichte blieb lange Zeit insbesondere die Rolle der privaten Sammlerund Sammlerinnen bei der Musealisierung unterbelichtet. Das WienerVolkskundemuseum hat mehrfach deren Arbeit durch Forschungenerhellt, 28 wie auch andere Museen und Studien in der Aufarbeitung ihrerGeschichte jüngst verstärkt auf den Einfluss von Privatsammlern undInitiativen aufmerksam gemacht haben. 29 Jedoch verblieben insbesondereältere Studien im Exempel verhaftet und der strukturelle Einfluss auf dieMusealisierung wurde kaum systematisch verfolgt. Mit dem praxeologi-schen Blick einer historischen Epistemologie wurden in einem kürzlichabgeschlossenen Forschungsprojekt die Praktiken des Sammelns, Kate-gorisierens und Ausstellens des Uhrenfabrikanten und Sammlers Oskar

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Österreichisches Museum für Volkskunde( Hg.): Ur- Ethnographie. Auf der Suchenach dem Elementaren in der Kultur. Die Sammlung Eugenie Goldstern, Wien2004; Kathrin Pallestrang: Die Textilmustersammlung Emilie Flöge. Wien 2012.29 Claudia Selheim: Die Entdeckung der Tracht um 1900. Die Sammlung OskarKling zur ländlichen Kleidung im Germanischen Nationalmuseum. Bestandska-talog. Nürnberg 2005; Claudia Selheim:» Eine große und sehr planvoll angelegteSammlung von Volkstrachten aller deutscher Stämme«- Sammlung und Samm-lungsstrategie des Dr. Oskar Kling. In: Mäzene, Schenker, Stifter. Das GermanischeNationalmuseum und seine Sammlungen( Kulturgeschichtliche Spaziergänge imGermanischen Nationalmuseum 5). Nürnberg 2002, S. 95-103; Franka Schneider:Die Sammlung als räumliche Praxis. Das Beispiel der volkskundlichen Sammlungvon Adolf Schlabitz. In: Friedrich von Bose u.a.( Hg.): Museum hoch x. Zur Neu-vermessung eines mehrdimensionalen Raumes. Berlin 2011(= Berliner Blätter 57),S. 119-130.

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