Aufsatz in einer Zeitschrift 
»Teilen, tauschen, helfen?« : zur urbanen Kollektivnutzung von Kleidung
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Heike Derwanz,»> Teilen, tauschen, helfen?<<

Wegwerfverhalten und den Wegwerfmengen gewonnen. Für Deutsch-land fehlen vergleichbare Daten. 23

Während der erste Konsumzirkel von Kleidung, der Verkauf überden Einzelhandel, von ÖkonomInnen, PsychologInnen und Sozialwis-senschaftlerInnen große Aufmerksamkeit erhalten hat, wurde der eigent-lich ältere zweite Zyklus selten untersucht. Dieser beinhaltet Subsistenz-Praktiken im Haushalt wie die Herstellung von Kinderkleidung ausErwachsenenkleidung oder von Flickenteppichen aus Reststoffen 24, denVerkauf als Second- Hand- Kleidung 25 oder aber verschiedene Formen desTauschs: von ArbeitgeberInnen zu ArbeitnehmerInnen, von Sklavenhal-terInnen zur SklavInnen26, in der Familie27, unter Freunden. Dies machtden Weiterverkauf an Fremde nicht notwendig. Den ersten Verkauf vonKleidung aus Überfluss, um neuen Platz im Kleiderschrank zu schaffen,dokumentiert Susan Strasser in den USA im Jahr 1963.28

Neben Verkauf und Tausch ist das Spenden über Altkleidercon-tainer, Abgabestellen oder Sammlungen heute in Deutschland eineetablierte Praktik29. Seit den 1960er- Jahren verkaufen die karitativen

23 http://www.wrap.org.uk/sites/files/wrap/Clothing%20reuse_final.pdf

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( Zugriff 23.9.2015).

Geraldine Howell: Wartime Fashion. London 2012.

Einer amerikanischen Studie nach sind die Gründe für Second- Hand- Käufe heutedie Einzigartigkeit älterer Stücke und die Erschwinglichkeit. Dagegen steht derAufwand für Zeit, Energie und die Unberechenbarkeit, etwas zu finden; s. KathrynReiley, Marilyn DeLong: A Consumer Vision for Sustainable Fashion Practice.In: Fashion Practice 3, 1, 2011, S. 63-84, hier S. 80. Allgemein s. Angela McRobbie:Zoot Suits and Second Hand Dresses. An Anthology of Fashion and Music. Lon-don 1989; Gregson, Crewe 2003( wie Anm. 5); besonders das Themenheft>> Tradeand Transformations of Secondhand Clothing« der Zeitschrift Textile. The Journalof Cloth and Culture.

Strasser 1999( wie Anm. 20), S. 48 f.

Nadine Wagener- Böck: Es ist immer so ein bisschen Pflicht dabei. Kleidertrans-fers als Beziehungspraktik zwischen Frauengenerationen. In: Sebastian Mohr,Lydia- Maria Quart, Andrea Vetter:( Aus) tauschen. Erkundungen einer Praxisform(= Berliner Blätter, 61). Berlin 2013, S. 54-64 und Willingmann 2001( wie Anm. 5),S. 141-222.

Strasser 1999( wie Anm. 20), S. 280.

29 Stephan Lorenz: Von der Akteur- Netzwerk- Theorie zur prozeduralen Methodo-logie: Kleidung im Überfluss. In: Christian Stegbauer( Hg.): Netzwerkanalyse undNetzwerktheorie. Ein neues Paradigma in den Sozialwissenschaften. Wiesbaden2008, S. 579-588.

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