Aufsatz in einer Zeitschrift 
»Support« : eine Schlüsselvokabel zwischen Szene-Ethos, Crowdfunding und popkulturnaher Ökonomie
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Moritz Ege, Simon Zeitler,»> Support<<- Eine Schlüsselvokabel...

Das Crowdfunding- Prinzip ist schnell erzählt und ohnehin mittler-weile landläufig bekannt ¹: Wer» Unterstützung« sucht, gibt an, wievielGeld gesammelt werden soll und verbreitet diesen Aufruf in ihrem/ sei-nem Umfeld. Die Plattformen bieten weitere Marketing- Möglichkeiten.Wenn die angestrebte Ziel- Summe bis zu einem bestimmten Zeitpunktzusammenkommt, wird sie an die MusikerInnen ausgezahlt, abzüglicheiner Prämie für die Plattformen, die profitorientierte Startup- Unterneh-men sind. Wenn das Ziel verfehlt wird, bekommen die Spendenden-in den meisten Crowdfunding- Modellen ihr Geld zurück. Für einen>> pledge<<, also die Selbstverpflichtung zu einer Zahlung, beziehungsweiseden» Support«<, erhält man dann meist» rewards«. Für die Vorab- Zahlunggibt es also zu einem späteren Zeitpunkt, je nach Höhe des» Supports«<,eine Gegenleistung, vom Online- Download über den physischen Tonträ-ger bis zum Hauskonzert oder der Pizza- Party, die die Band für den Sup-porter und ihre/ seine FreundInnen bei ihnen zuhause ausrichtet, odersogar, in schlagzeilenträchtigen Varianten, der Tätowierung des Spender-Namens auf dem Körper eines Musikers.

Im Hintergrund dieser neuen Finanzierungsmodelle stehen der starkgesunkene Absatz physischer Tonträger, insbesondere von CDs, sowievon bezahlten Downloads und die Schrumpfung und Neustrukturierungweiter Teile der Musikwirtschaft. Sie machen die Suche nach neuen Ein-kommensquellen unabdingbar. 42 Zugleich können die AkteurInnen soaber auch das sehr viel ältere Do- It- Yourself- Ideal verwirklichen und diein vielen Fällen ungeliebte Musikindustrie zumindest teilweise umgehen.Crowdfunding gibt MusikerInnen die Möglichkeit, ihre Projekte abseitsgewohnter Strukturen zu finanzieren.43

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Ein Überblick über die Details der unterschiedlichen Geschäftsmodelle bietenFruner et. al. 2012( wie Anm. 40), S. 10-19.

42 Vgl. dazu die Studie» Artist Revenue Streams«< der US- amerikanischen Lobby-Organisation Future of Music Coalition( http://money.futureofmusic.org/( Zugriff: 5.3.2015)).

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In einem Report über Crowdfunding in der Musikindustrie konstatieren die Auto-rInnen der Popakademie Baden- Württemberg beispielsweise, dass» Crowdfunding[...] in komplementärer Funktion das Finanzierungs- und Investitionsrisiko derLabels entlasten und gleichzeitig die Fans in die Projekte einbinden[ könnte]. DiesesGeschäftsmodell dürfte den Forderungen nach Fans auf Augenhöhe< im Inter-netzeitalter eher entsprechen als die Geschäftsmodelle der Vergangenheit<<( Fruneret. al. 2013[ wie Anm. 40], S. 23). Allerdings prognostizieren die AutorInnen dass

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