Aufsatz in einer Zeitschrift 
»Support« : eine Schlüsselvokabel zwischen Szene-Ethos, Crowdfunding und popkulturnaher Ökonomie
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Moritz Ege, Simon Zeitler,»> Support<<- Eine Schlüsselvokabel...

Werbeschilder wie» Support your local butcher«, deren Anfänge wirhier leider nicht datieren können. In ihnen soll offensichtlich demEinkaufen» um die Ecke« ein besonderer Wert beigemessen werdenim Unterschied zum Einkaufen bei großen Supermarktketten undVersandhändlern.

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Aus dieser Formel wurden die unterschiedlichsten Neufassungenfür sich als dissident verstehende Szenen gebildet, nicht zuletzt» Supportlocal punk rock scene«. Diese Sprüche, verbreitet als Aufkleber,T- Shirt- Motive, Kaffeetassendruck und Internet- Banner, verbreitetensich dann auch international. An vielen Wänden in Deutschland ist dergesprühte Schriftzug» Support your local Antifa«< zu lesen- ein durchausernsthafter, politischer Aufruf auch an die außer- szenische Öffentlich-keit, der offenkundig gerade als popkulturelles Zitat funktionieren sollund mit dem Bruch zwischen englischer und deutscher( Aus-) Sprachespielt.

Inhaltlich appelliert der Slogan» Support your local...<< in fast allenVarianten an tugendhaftes Verhalten im Sinn des ökonomisch- ökologi-schen Lokalismus, der Ökonomie der geringen Entfernungen und deskleinen Maßstabs. 24 Das kann sowohl auf einen Do- It- Yourself- Gedan-ken verweisen, also auf ein nichtkommerzielles Selbermachen, als auchauf das Ethos des guten, ortsansässigen, Szene- nahen Kleinunternehmers,die ohnehin eng miteinander zusammenhängen. 25 Darüber hinaus sind

23 Burt Kennedy: Support your local sheriff. USA 1969( dt.» Auch ein Sheriff brauchtmal Hilfe<<).

24 Der Lokalismus zählt zu den gegenwärtig wichtigsten Formen, in denen ein alleinnach ökonomischen Kriterien rationaler Konsum hinterfragt wird. Solche Kritikensind offenkundig nichts Neues; sie spielten, wie KonsumhistorikerInnen betonen,nicht zuletzt im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert eine besondere Rolle, alsozur Hochzeit von Konsumvereinen und-genossenschaften( vgl. Claudius Torp:Wachstum, Sicherheit, Moral. Politische Legitimationen des Konsums im 20. Jahr-hundert. Göttingen 2011; Gudrun König: Konsumkultur. Inszenierte Warenweltum 1900. Wien 2009) und gewannen in Westeuropa und den USA dann wiederseit den 1970er- Jahren an Bedeutung. Torp spricht hier von» Moralisierungen<«<, die>> den Wandel nur unter der Voraussetzung begrüß[ en], dass er unter dem Primatbestimmter Werte- der Schönheit, Maßhaltung, Gesundheit, Fairness, Nachhal-tigkeit- steht und nicht regellos von hedonistischen Dispositionen abhängt.<<( Torp2011, S. 11)

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Die Bedeutung von kleinen Unternehmen auch für gegenkulturelle Szenen unddie Bedeutung solcher Unternehmen für verschiedene Modernisierungsschübe des

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