184 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXIX/ 118, 2015, Heft 3+ 4
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Mitbestimmungprojekte vor allem im Umfeld des Architekten Otto-kar Uhl, wobei sich die Beteiligung zunächst auf die individuelle Mit-sprache der Bewohner und Bewohnerinnen bei baulichen Details ihrerWohnungen bezog. 28 Zeitgleich entwickelte sich, im Anschluss an die1968er- Proteste, eine Bewegung alternativer, oft auf Gemeinschaft aus-gerichteter Wohn- und Lebensformen, die ihren pointierten Ausdruckin Hausbesetzungen und Kommunengründungen fand und sich aufbreiterer gesellschaftlicher Basis in Wohn- und Hausgemeinschaften nie-derschlug.29 Innerhalb dieser Entwicklungen entstanden ab den 1980er-Jahren von unterschiedlich ausgerichteten Gruppen ausgehend undzum Teil mit dem Anspruch einer breiteren gesellschaftlichen Wirkung- einige( wenige), aber zugleich wegweisende Projekte, die selbstinitiier-tes, paritizipatives Bauen und gemeinschaftliches Wohnen miteinanderverbinden wollten. Konsequent selbstverwaltet, bahnten sich diese Pro-jekte auf kreative Weise ihre Wege durch baurechtliche Bestimmungenund eine städtische Förderlandschaft, die solchen Initiativen zu dieserZeit zwar grundsätzlich wohlwollend gegenüberstand, allerdings überkeinerlei institutionalisierte Förderstrukturen für derartige Unterfangenverfügte.3
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Downloads/ LF_Baugemeinschaften_Aspern.pdf( Zugriff: 19.2.2015), S. 47; vgl.dazu auch Jesko Fezer, Mathias Heyden: Hier entsteht. Strategien partizipativerArchitektur und räumlicher Aneignung. In: Dies.( Hg.): Hier entsteht. Strategienpartizipativer Architektur und räumlicher Aneignung. Berlin 2004, S. 13-31, hierS. 14-17.
28 Beispiele dafür sind das Projekt» Wohnen morgen« in Hollabrunn( 1971-1976)sowie der Gemeindebau in der Feẞtgasse in Wien( 1973-1983); Bernhard Steger:Vom Bauen. Zu Leben und Werk von Ottokar Uhl. Dissertation TU Wien 2005;Kurt Freisitzer, Robert Koch, Ottokar Uhl: Mitbestimmung im Wohnbau. EinHandbuch. Wien 1987.
29 Vgl. Bärbel Danneberg( Hg.): Die 68er. Eine Generation und ihr Erbe. Wien 1998;Susanne Breuss: Gegen die herrschenden Verhältnisse. Zur Geschichte alternati-ver Wohn- und Lebensformen in Wien. In: Martina Nußbaumer( Hg.): Besetzt!Kampf um Freiräume seit den 70ern(= Sonderausstellung des Wien Museums,381). Wien 2012, S. 38-43.
30 Vgl. Freya Brandl, Ernst Gruber: Gemeinschaftliches Wohnen in Wien.
Bedarf und Ausblick. Studie im Auftrag der Stadt Wien, MA 50. Wien 2014,http://www.wohnbauforschung.at/Downloads/Projektbericht_Gemeinschaftli-ches% 20Wohnen.pdf( Zugriff: 19.02.2015); Hendrich 2010( wie Anm. 20), S. 73 f.