Jahrgang 
118 (2015) / N.S. 69
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Editorial

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Mit der Neuberufung von Universitätsprofessorinnen und Universitäts-professoren an drei Universitätsstandorten des Faches Graz, Innsbruck,Wien im Jahr 2009 hat sich ein neues Gremium für die Herausgabeder Österreichischen Zeitschrift für Volkskunde zusammen gefunden. ImZuge dessen erscheint die ÖZV seit 2012 zweimal jährlich und seit 2011nach eingehenden Überlegungen mit einem als double blind organisier-ten internationalen Peer- Review- Verfahren. Dieses mag den Autorinnenund Autoren Reputation gegenüber Evaluationsinstanzen verschaffenund zugleich zur inhaltlichen Reifung der Texte beitragen. Die Heraus-geberschaft behält es sich allerdings weiterhin vor, einzelne Beiträge aufEinladung und ohne externes Begutachtungsverfahren zu publizieren.

Eine andere Neuerung findet sich in der inhaltlichen Gestaltung:Erstmals liegt mit dieser Ausgabe der ÖZV ein Themenheft vor, das aufeinem Call for Papers basiert. Hintergrund der damit gelegten Schwer-punktsetzung bildete die Beobachtung, dass gesamtgesellschaftlich inzahlreichen Aktivitäten, Gruppierungen und Diskursen und auch wis-senschaftlich ein reges Interesse an Praktiken und Politiken des Teilensbesteht. Diese appellieren geradezu an die Zuständigkeit des Vielna-menfaches, zumal fach- und gesellschaftsgeschichtlich zu überprüfendeAnleihen- etwa zu Konzepten wie Allmende oder anderen Commons-Praktiken und-Institutionen zu verzeichnen sind. Die nun zustandegekommene Auswahl eröffnet einen Einblick in partielle Arbeitsfelderund Praxisformen des gegenwärtigen Teilens. Auffällig ist, dass dieBearbeitung aktueller Fallbeispiele weitgehend ohne Rekurs auf fachge-schichtliche Referenzen erfolgt und sich sowohl in der Konjunktur wieauch im Bearbeitungsmodus dieses Themas ein Generationenwechselspiegelt.

Die kommenden Ausgaben der ÖZV werden wie gewohnt inhaltlichoffen sein, doch wird die Zeitschrift gegebenenfalls wieder einmal einenCall initiieren, um auch künftig sowohl eingereichten wie persönlichoder thematisch eingeladenen Beiträgen Ort und Raum zu bieten.