neuerDings
Karikatur auf der letzten Umschlagaußenseite richtete sich die Firma miteinem Leihangebot direkt an» Tiroler Sänger- Gesellschaften<<.
In einer weitverbreiteten Festkultur³, in deren Kontext diese Kos-tüme bestellt und getragen wurden, fungierte Diringer als Verteiler vonFestutensilien. Auf diese Requisiten wurde wiederum von Kundinnenund Kunden dezentral über die Fotografien in diesem Katalog zugegrif-fen, die auch potenzielle Verwendungen dieser Utensilien zeigten. Mankönnte den Katalog also als Schnittstelle in einem weitverzweigten Netz-werk unterschiedlicher sozialer Räume begreifen. Dessen Verbindungenlaufen nicht nur von den versandten Katalogen zur Firma Diringer undwieder zu den Leihnehmerinnen und Leihnehmern, auch verschiedeneandere Verbindungen über das vielfache Zirkulieren dieser Bilder sindmöglich. Dieses Objekt ist also auch als Medium zu verstehen. Es ist einKommunikations- oder Streuobjekt, ein Metaobjekt, das etwas referen-ziert. Seine weitere Funktion ist die des Verweisens, der Herstellung vonBeziehungen. Dem Objekt eingeschrieben ist damit ein wirkendes Prin-zip für eine Verbreitung der dahinterstehenden kulturellen Praktiken.
Von der Ebene des Warenaustauschs, für die dieser Katalog eine ArtScharnier darstellt, wechseln wir auf eine weitere Ebene auf jene derabgedruckten Bilder/ Fotografien, der Zeichenhaftigkeit von Kleidungund ihrer vielfältigen Zirkulationen. Was die verwendeten Bilder beiDiringer so interessant macht, ist ihr mehrdimensionaler Charakter. ImUnterschied zu vielen Katalogen, die mit Abbildungen konkreter Waren
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S. dazu exemplarisch: Franka Schneider: Die temporäre Verdorfung Berlins. DerAlpenball als urbane Vergnügungspraxis um 1900. In: Tobias Beckmann u.a.( Hg.):Die tausend Freuden der Metropole: Vergnügungskultur um 1900. Bielefeld 2011,S. 197-228; Claudia Selheim: Ein Kirchtag in Tirol. Das Innsbrucker Trachtenfestvon 1894 und seine Fotografien. In: Heidrun Alzheimer u.a.( Hg.): Bilder- Sachen- Mentalitäten: Arbeitsfelder historischer Kulturwissenschaften. Wolfgang Brück-ner zum 80. Geburtstag. Regensburg 2010, S. 481-90; Franz Grieshofer: Heimatim Verein. Die Gebirgs-, Trachtenerhaltungs- und Schuhplattlervereine als städti-sches Phänomen. In: Verein für Volkskunde u. Margot Schindler( Hg.): Der Wegals Ziel. Ausgewählte Schriften zur Volkskunde( 1975-2005). Festgabe zum 65.Geburtstag von Franz Grieshofer. Wien 2006, S. 122–132; Ulrike Kammerhofer-Aggermann:» eine reiche Auswahl der herrlichsten Volkskostüme und der schönstenMenschentypen«<. Etappen der Entstehung unseres gegenwärtigen Begriffs vonTracht. In: Herbert Justnik( Hg.): Gestellt: Fotografie als Werkzeug in der Habs-burgermonarchie. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im ÖsterreichischenMuseum für Volkskunde, 29.4.- 30.11.2014. Wien 2014, S. 57-70.
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