Jahrgang 
118 (2015) / N.S. 69
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neuerDings

eine ausdifferenzierte Konsumkultur und eine territorial und bürger-lich und nicht mehr ausschließlich dynastisch und ständisch strukturierteGesellschaft und noch mehr, damit diese Art von Objekt entstehen undals Massenprodukt zirkulieren konnte.² Ein weiterer Aspekt der Dichtedieses Objekts ist seine Versammlung disparater visueller Elemente undder diesen eingeschriebenen Referenzen. Sie beziehen sich einerseits aufunterschiedliche soziale Schichten und Regionen. Die fotografischenDruckvorlagen stammen andererseits von unterschiedlichen Verlegernund Fotografen und mussten von diversen Orten auf verschiedenenWegen zusammengetragen werden. Hier wurde mit einigem Aufwandein Bilderalbum arrangiert, bei dem sich auch über andere Rezeptions-weisen spekulieren lässt. Die Bilder haben einen eigenständigen Schau-wert, jenseits ihrer Verwendung als Kostümreferenz. Der Katalog könntedemnach wie ein Bilderbuch konsumiert worden sein.

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Das Gebirgs- und Volkstrachten- Album diente dem Zweck, dieKostüme in Diringers Fundus, die er mit seinen Bildern referenzierte,zu streuen, zu verteilen. Die Auflagenhöhe dieser Publikation ist nichtbekannt, aber die Faltung so sie nicht später beim Überleben desObjekts passiert ist könnte darauf hinweisen, dass das Heft für denPostversand vorbereitet und in größerer Stückzahl versandt wurde. Einemöglichst breite Streuung dieses Hefts und damit der angepriesenen Pro-dukte läge auf jeden Fall in der Logik dieser Druckschrift. Das Angebotdes Katalogs ist auf dem Cover als» Preiskourant B« bezeichnet( Abb. 1).Dieser ist aber offenbar nur ein Auszug aus einem weit größeren Ange-bot. Die nachfolgende Titelseite weist auf den» Illustrierte[ n] Preiskou-rant A<< hin, der» 180 Abbildungen für historische Feste, Fest- Spiele undFest- Züge, Theater, lebende Bilder und sonstige Aufführungen etc., sowiefür einzelne Kostüme« offerierte und» gratis u. franko« zu beziehen war.Um Kundinnen und Kunden für die Ware zu interessieren, betrieb dieFirma Diringer also bemerkenswerten Aufwand. Am Ende des Katalogssind sowohl Einzelpersonen mit unterschiedlichen Bedürfnissen wieauch Gruppen direkt angesprochen. Informationen zu Leihe, Sonderan-fertigung, Anfertigung nach Diringers Vorlage und Sammelbestellungenvon Vereinen verweisen auf spezifische Kundenkreise. Selbst mit der

2 Hier sei auf Gudrun König verwiesen, die eindrucksvoll schildert wie ausdifferen-ziert die Konsumgüterindustrie zu dieser Zeit bereits war: Gudrun M. König: Kon-sumkultur: inszenierte Warenwelt um 1900. Wien u. a. 2009.

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