sionen beigesteuert haben. Es folgen der Abschnitt mit Nekrologen( 325–336, u. a.auch Kurt Ranke und Thekla Dömötör), die Bilanz der Vereinstätigkeit für 1985/86( 339-353), die Liste der Vereinsmitglieder sowie die analytischen tables de matièrein Griechisch und Französisch.
Der nächste Band der„ Laografia“ wird dem 80jährigen Bestand der GriechischenVolkskundlichen Gesellschaft gewidmet sein, die 1909 von Nikolaos Politis gegrün-det wurde und bisher 34 Bände ihrer Zeitschrift sowie 10 Sonderbände herausgege-ben hat.
Walter Puchner
Journal of American Folklore Vol. 102. Washington 1989, No. 403–406.
Viermal jährlich erscheint die Zeitschrift der American Folklore Society, die vonBruce Jackson( University of New York at Buffalo) herausgegeben wird. Den Hef-ten ist meist ein generelles Thema vorgegeben, zu welchem ungefähr vier Aufsätzeveröffentlicht werden. Daneben finden sich kürzere Abhandlungen, Personalia undvor allem Besprechungen von Büchern, Filmen und Schallplatten.
Das erste Heft des Jahrganges 1989 steht unter dem Aspekt„ Humanities at Risk"und befaßt sich mit Randgruppen und deren spezifischer Kultur, wie Bruce Jacksonin einem einleitenden Essay darlegt. Der erste Beitrag stammt von Lawrence W.Levine und behandelt unter dem Titel„, Jazz and American Culture“( S. 6-22) denWandel des Jazz, der in seinen Anfängen als subversive, unzivilisierte, miẞtönende,traditionslose Form der Gegenkultur angesehen wurde, sich nach dem ZweitenWeltkrieg als eigenständige Kunstform etablieren konnte und damit den herkömmli-chen Kunst- und Kulturbegriff revolutionierte, die Grenzen erweiterte und somitden spontanen„ Kunsthappenings" unserer Zeit einen Freiraum schuf.
,, A Question of Style- Blacks in and around New York City in the Late 18th Cen-tury“ nennt der an der University of Sydney in Australien lehrende Shane White sei-nen Aufsatz( S. 23-44). Er zeigt auf, daß die in New York lebenden Schwarzennicht, wie meist vermutet wird, von der dominanten( weißen) Kultur vereinnahmtwurden, sondern sehr wohl einen eigenen Stil entwickelten, indem sie einerseits ihreafrikanischen Wurzeln bewußt pflegten und sich anderseits ihre sich rasch verän-dernde und oft feindlich gesinnte Umwelt kreativ anzueignen und zu adaptierenwußten. Seine Beispiele stammen aus den Bereichen der Sprache, der Kleidung, derFrisurenmode und der Körperbewegungen.
Der nächste Artikel ist von Claude F. Jacobs, Anthropologe in Detroit, und wen-det sich einem Thema des Volksglaubens zu:„ Spirit Guides and Possession in theNew Orleans Black Spiritual Churches“( S. 45-67). Die Black Spiritual Churches inNew Orleans nehmen eine Sonderstellung ein, was ihre Rituale, ihre Glaubens-inhalte und ihre Organisation betrifft. Als Gründerin wird Leafy Anderson, die 1920aus Chicago nach New Orleans kam, angesehen, doch reichen einzelne Wurzeln wei-ter in alte religiöse Traditionen zurück, wie protestantischer Glauben, volksfrommekatholische Einflüsse, die Pfingstkirche, aber auch Spiritualismus und Voodoo- Prak-tiken. Während des Gottesdienstes fallen Teilnehmer der Zeremonie in Trance,„ getin the spirit". Der geistige Einfluß, unter den sie dabei geraten, wird oft als ,, HeiligerGeist" im Sinne der christlichen Trinität bezeichnet, aber auch im Sinne eines spe-ziellen„ Heiligen“, der„ sein Pferd reitet", wie es in karibischen und brasilianischen
354