Jahrgang 
92 (1989) / N.S. 43
Seite
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auf den dritten Band seiner Einführung in die griechische Volkskunde", der derVolkskunst( also auch der Sprachkunst) gewidmet sein wird.

Walter Puchner

Margarita Xanthakou, Cendrillon et les soeurs cannibales. De la Stakhto-bouta maniote( Grèce) à l'approche comparative de l'anthropophagie intraparen-tale imaginaire(= Cahiers de l'Homme. Ethnologie Géographie Linguisti-

que,Nouvelle Série XXVIII). Paris, Éditions de l'Ecole des Hautes Etudes enSciences Sociales, 1988, 113 Seiten.

Die Autorin, bislang hervorgetreten durch ihre französische Doktorarbeit zumDorfnarren in Lakonien( Peloponnes), zur Ballade vom Toten Bruder und zu manio-tischen, moirologia"( Klageliedern), bringt, ausgehend von zwei Varianten zumAschenbrödel- Märchen aus Innermani an der Südspitze der Peloponnes, eine sozialeund volksliterarische Kontextanalyse zum Motiv der Matrophagie durch die Schwe-stern der Stachtoputa. Hier wird nach struktureller Methode weit ausgeholt:soziale Institutionen, wie, vendetta" u. a., werden analysiert, mythische Vorstellun-gen, wie die Moiren( die unerbittlichen Schicksalsfrauen), Unterweltsvorstellungen,wie sie in den Klageliedern auftreten. Das Aschenbrödel- Märchen wird im interna-tionalen Kontext in seinen abweichenden Varianten dargestellt, dem Motiv derAnthropophagie bis in die griechische Mythologie nachgegangen. Den knapp 50 Sei-ten des Textes der Untersuchung stehen mehr als 40 Seiten( ins Französische über-setzte) Feldforschungsgespräche in verschiedenen manischen Dörfern( unter ande-rem sogar mit Dorftrotteln), Auszüge aus Klageliedern und Märchen u. a. m. gegen-über, die in den Jahren 1981 bis 1983 aufgenommen worden sind und manchmal nurmehr sehr indirekt mit dem Untersuchungsthema zu tun haben. Eine selektiveBibliographie zum Aschenputtel- Thema und zur maniotischen Gesellschaft undVolksliteratur beschließt die kleine Publikation.

Walter Puchner

Laografia, Bd. 34. Athen 1985-86( 1988), 377 Seiten, 22 Abb. auf Tafeln.

War der vorangehende Band des angesehenen Organs der Griechischen Volks-kundlichen Gesellschaft dem Schweizer Musikwissenschaftler, Byzantinisten undVolkskundler Samuel Baud- Bovy zugeeignet, so ist dieser Band seinem Gedenkengewidmet( verstorben im November 1986). Dies ist auch an der ersten Studie abzuse-hen, die die ethnomusikologischen und volkskundlichen Arbeiten von Baud- Bovyauf der Dodekanes behandelt und aus der Feder von M. A. Alexiadis stammt( S. 7-25). Es mag nicht uninteressant sein, daß ein Forschungsprogramm des Pho-nogrammarchivs der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in den siebzi-ger Jahren versucht hat, die Bestandsaufnahme von Liedern und Melodien 40 Jahrenach Baud- Bovy, und zwar speziell auf der Insel Karpathos, nachzuvollziehen( zuden Forschungsergebnissen vgl. R. M. Brandl, Quellenkritische, musiksoziologischeund einige volkskundliche Anmerkungen zu den im Phonogrammarchiv der Öster-reichischen Akademie der Wissenschaften archivierten Feldaufnahmen von derInsel Karpathos 1973. Anzeiger der phil.- hist. Kl. der Österr. Akad. d. Wiss. 111[ 1974], S. 144–183. Ders., Quellenkritische Anmerkungen zu den FeldaufnahmenB 18319- B 18475 des Phonogrammarchives der Österr. Akad. d. Wiss. von der

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