Jahrgang 
92 (1989) / N.S. 43
Seite
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Religion, Mythologie; XIX. Heilkunst, Tiermedizin, Naturkenntnis; XX. Brauch;XXI. Volksdichtung; XXII. Schriftliche Volkskunde; XXIII. Volksmusik, Volks-musikinstrumente, Musikgeschichte; XXIV. Tanz; XXV. Spiel, Schauspiel.

Ein Autoren- und Personen- sowie ein Sachregister ergänzen den Band. Ein Orts-register wäre sicher eine zusätzliche Hilfestellung, ferner scheint es mir besser, Auto-ren von, behandelten Personen zu trennen, d. h. ein reines Autorenverzeichnisanzulegen. Über die Systematik wäre einiges zu sagen, sowohl was die Strukturie-rung als auch was die logische Abfolge betrifft, aber hier sind die Gespräche derArbeitsgruppe der Internationalen Volkskundlichen Bibliographie und jene derARGE Österreichische Volkskundliche Bibliographie erst wieder in Gang gekom-men, so daß man jetzt noch keine Kritik üben soll. Auch in Ungarn wird, laut Aus-sage des Bearbeiters, bereits die EDV zur Erstellung der Bibliographie eingesetzt.Sollte die Idee der Zweisprachigkeit bei Registern und eventuell Titeln in die Tatumgesetzt werden, wollen wir im Sinne gutnachbarschaftlicher Beziehungen gerneunsere Hilfe bei der Formulierung der deutschen Texte anbieten. Es ist schade, wennwichtige Gedanken oder auch bibliographische Hilfestellungen durch ein etwas holp-riges Deutsch oder eine unglückselige Wortwahl beeinträchtigt werden.

Graphisch sind die Titel übersichtlich angeordnet, und es ist vor allem hervorzu-heben, daß die ungarische volkskundliche Bibliographie auf aktuellstem Stand ist!

Eva Kausel

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diver-

Hans- Georg Wehling( Red.), Heimat heute. Mit Beiträgen von Hermann Bau-singer u. a. Stuttgart- Berlin- Köln- Mainz, W. Kohlhammer, 1984, 100 Seiten.,, Heimat hat wieder Saison. Allerdings nicht die Blut- und- Boden- Heimat natio-nalistischer Prägung und auch nicht jene- von ersterer kaum zu trennendeser ,, Heimatschutzbewegungen( deren Nachfahren mancherorts immer noch exi-stieren und sich sogar öffentlicher Förderung erfreuen dürfen); gemeint ist vielmehrein neuer Heimatbegriff, der die eigene, engere Lebenswelt umfaßt, die( Groß-)Stadt nicht ausschließt und wesentlich von den Aktivitäten der in den RegionenLebenden getragen wird: Heimat als Aneignung und Umbau gemeinsam mit ande-ren, Heimat als selbst mitgeschaffene kleine Welt, die Verhaltenssicherheit gibt,Heimat als menschlich gestaltete Umwelt", wobei sich Heimat und offene Gesell-schaft nicht mehr ausschließen- so ein Fazit des Beitrages von Hermann Bausingerin diesem schmalen, aber wichtigen Band, der seit seinem Erscheinen vor einigenJahren nichts an Aktualität verloren hat. Er vereint Aufsätze zweier Volkskundler/Kulturwissenschafter( Hermann Bausinger, Albrecht Lehmann), eines Philosophenund Pädagogen( Otto Friedrich Bollnow), eines Landschaftspflegers und Natur-schützers( Konrad Buchwald), eines Historikers( Rainer Jooẞ) sowie eines Politik-wissenschafters( Hans- Georg Wehling). Die Zugänge zu Heimat heute" sind unter-schiedlich, die Ziele ähnlich- H.-G. Wehling( der als Referatsleiter der herausge-benden ,, Landeszentrale für politische Bildung Baden- Württemberg" die Redaktiondes Buches übernommen hat) sieht sie u. a. in einer Heimatkunde. die keinenBogen macht um Widerwärtiges und Abgründiges, sondern sich stellt. Eine Heimat-kunde, die zu historischem Verstehen und wertender Auseinandersetzung gleicher-maßen befähigt. Eine Heimatkunde, die die Augen öffnen will: eine aufgeklärteHeimatkunde' also." Solch aufgeklärte Heimatkunde(, die darauf aus ist, daß der

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