Jahrgang 
92 (1989) / N.S. 43
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vorhandener Preislisten usw. Weitere Untersuchungen müssen diese Verhältnissevon archäologisch geborgenen, neuzeitlichen Funden und zu den zeitgleichen Preis-listenangeboten abklären.

Der Arbeitsbericht( W. Endres) erinnerte an die Treffen der beiden letzten Jahreund wies auf in Druck befindliche Veröffentlichungen hin( Symposiumsbericht vom22. IHS in Düsseldorf= Beiträge zur Keramik 3, Düsseldorf, Hetjensmuseum,1989. Volkstümliche Keramik aus Europa, Band 3. Institut für Volkskunde, Mün-chen, 1989/90). Museumsdirektor G. Biegel bot die Publikation von Beiträgen desdiesjährigen Symposiums an, sofern die Redaktion vom Arbeitskreis( W. Endres)verbindlich übernommen wird und die Termine usw. eingehalten werden( Manuskriptabgabe usw. wird noch in einzelnen Anschreiben an die Autorenbekanntgemacht). Das 23. Symposium findet 1990 in der Woche zwischen 15. und21. Oktober im Schwäbischen Bildungszentrum in Irsee bei Kaufbeuern( Bayerisch-Schwaben) statt. Das erste Einladungsanschreiben ist im Mai 1990 zu erwarten. Für1991 und 1992 sind Symposien in Montabaur( Westerwald) und Lienz( Osttirol) imGespräch.

Werner Endres

Dr. Mária Kresz

Am 1. September 1989 ist Mária Kresz in ihrer Wohnung in Budapest entschlafen.Ihre Eltern, international bekannte Künstler, der ungarische Vater, Géza deKresz, als Violinvirtuose, die englische Mutter, Nora Drewett, als Pianistin, schlos-sen noch vor Beendigung des Ersten Weltkrieges ein privates Friedensabkommenund heirateten. Mária Kresz wurde am 4. Juni 1919 in Berlin geboren; sie war immervon Freude darüber erfüllt, daß sie pünktlich das Licht der Welt erblickt hatte.

Die ersten Jahre nach der Hochzeit lebte die junge Familie hauptsächlich in Ber-lin, Mária Kresz wuchs mit drei Sprachen auf. Neben Ungarisch und Englisch wurdeauch Deutsch gesprochen, denn einer ihrer Vorväter war als Kaufmann aus Merse-burg nach Budapest gezogen, und von den Nachkommen, unter denen der Groß-vater von Mária Kresz als Mediziner und Begründer des Rettungswesens der Haupt-stadt am bekanntesten wurde, ist die Herkunft und die Beziehung zur deutschenKultur immer geachtet und gepflegt worden.

In den 1920er Jahren wurde nach Toronto, Kanada, übersiedelt. Die Eltern hattensehr viele Konzerte in den Vereinigten Staaten, Kanada und Europa. Gegen Endedieses Jahrzehnts unterrichteten sie einige Jahre während der Sommermonate amMozarteum in Salzburg, sie kamen aber trotz der vielen Aufenthalte im Ausland sehroft nach Ungarn zurück. Für Mária Kresz waren das alles Gegebenheiten, die ihrverschiedenartigste Erlebnisse und Eindrücke brachten.

Der Schulbesuch begann für Mária Kresz in Budapest bei den Nonnen zum Sacré-Coeur. Sie hielt es dort aber wegen des Schmerzes über die Trennung von ihrenEltern nicht lange aus, sodaß sie nach Kanada geholt wurde und dort die Schule fort-setzte. Sie mußte aber nach dem Willen ihres Vaters auch in Budapest die Prüfungenüber den Stoff des jeweiligen Jahrganges ablegen. Die Absicht das Vaters war es, dieTochter nicht nur zu einem weltoffenen Geist zu führen, sondern auch für ihrepatriotische Erziehung zu sorgen. Deshalb waren auch die Tage der Überfahrt aufdem Schiff von einem Kontinent zum anderen der gemeinsamen Vorbereitung aufdie Prüfungen in der Heimat gewidmet. Die anschließenden Sommerferien wurden

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