( AT 707), könnte auf diese Weise der Silberstern auf der Brust des Mädchens zuerklären sein, dem die Ehe mit dem Königssohn vorausgesagt worden ist. Auf jedenFall sollte Bladés sechste Erzählung im ersten Band,„ La mer qui chante, la pommequi danse, et l'oisillon qui dit tout", eingehend verglichen werden- wobei wir mög-licherweise wieder zu den arabischen Einflüssen auf dem Westweg Cosquins überdie nordafrikanische Brücke gelangt wären.
Zu der zeitgenössischen Werwolfsage, Nr. 41, hätte Felix Karlinger auch seine bei-den korsischen Aufzeichnungen( Märchentage, 1984, S. 86-90) stellen können.
Die Märchen von Mallorca, Menorca und Alghero auf Sardinien sollten zusam-men mit dem angekündigten Pityusenband und im Vergleich mit den großen orienta-lischen Glossar ::: zum Glossareintrag lischen Sammlungen betrachtet werden- schließlich hat Ramon Llull das Pañcatan-tra und die Erzählungen von Jǎtaka bereits arabisch gelesen.
Walter Scherf
Viscentina Miribung Lun, Miti e Paramiti. Verona, Stamperia E. U.,( 1986), 79Seiten.
Zu den seltsamen Blüten, wie sie heutzutage der Büchermarkt treibt, gehört dieseBroschüre. ,, Blüte" darf man in diesem Falle ruhig im Sinne des Gauner- Jargons ver-stehen: Falschgeld. Zwar behauptet die Autorin in einem kurzen Vorwort, die fol-genden Geschichten in der Großstadt und auf dem Lande notiert zu haben, und dieeine oder andere anekdotenhafte Sage mag ihr auch zu Ohren gekommen sein, aberes ist kaum ein Original darunter. Wenn da von den Widerfahrnissen einer Fall-schirmspringerin berichtet wird, welche in der Luft spukhafte Erscheinungen hat, somag es durchaus glaubwürdig sein, daß es zu derlei optischen Selbstsuggestionenkommt, doch bleibt es nicht bei visuellen Phänomenen, sondern die Geister sollender Springerin einen Zettel in die Tasche gesteckt haben.
Nun wäre es zu einfach, das Schriftchen als Ausfluß purer Phantasie hinzustellen.Gerade unter Fliegern kursiert überall- und in Italien besonders- mancher Aber-glauben, und einige der Geschichten bringen Sagen von unerklärlichen Lichtzei-chen, von Vorahnungen und Warnträumen, wie sie schon mehrfach verzeichnet wor-den sind. Aber in der vorliegenden Form sind die Materialien unbrauchbar undbleibt das Heft nicht mehr als eine gemütliche Einschlaflektüre.
Felix Karlinger
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