Jahrgang 
92 (1989) / N.S. 43
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Kindern diese Einrichtung; ablehnend verhielten sich die Arbeite-rinnen auch gegen eine Form der Zentralisierung des Haushaltsnur 16 Prozent der Befragten waren für ein Einküchenhaus, etwazwei Drittel der Arbeiterinnen wußten damit nichts anzufangen,und nur 13 Prozent der Frauen waren für eine Zentralwasch-küche 34. Die sozialistische Vision von der wichtigen Rolle kollekti-ver Einrichtungen hat sich also im familiären Bereich nicht durch-setzen können, statt dessen wurden von den Arbeitern die bürger-lichen Wohnverhaltensmuster und die Ausführung von Tätigkei-ten, wie kochen und waschen, in der eigenen Wohnung bevor-zugt35. Die großräumigen Höfe, wo die Kinder spielen und dieErwachsenen sich unterhalten konnten, förderten dennoch nach-barschaftliche Beziehungen. Auf Grund der gleichen politischenGesinnung und eines homogenen sozialen Status bildete sich auchein Solidaritätsverhalten aus; so paßten etwa die Nachbarn auf dieKinder auf usw. Aber auch die nachbarschaftlichen Beziehungen inden Gemeindebauten des Roten Wiens" bis in die heutige Zeitbedürfen einer tiefergehenden empirischen Erforschung. Gutinformiert sind wir über ein anderes Phänomen der damaligen Zeitdie Siedlerbewegung-, wo auf Grund der herrschenden Woh-nungsnot ein besonders stark ausgeprägtes Solidaritätsverhaltenbei den Siedlern entstanden war³6.

V. Soziale Integration und Nachbarschaftsbeziehungen in denWohnbauten der Nachkriegszeit

Der Einfluß der Haus- und Raumstruktur und auch des äußerenWohnumfeldes( z. B. Infrastruktur) auf die Wohnzufriedenheitund das Wohnverhalten ist unbestritten. Dabei wird oft die nur aufdie Befriedigung primärer Wohnfunktionen, wie Essen und Schla-fen, ausgerichtete Bauweise der sechziger und siebziger Jahre, wieetwa die Wohnsilos in der Großfeldsiedlung, Siedlung Kagran undPer- Albin- Hansson- Siedlung Ost, mit einer unzureichenden Infra-struktur und menschenfeindlichen Architektur( wie z. B. Lifte, indenen man sich ängstigt, oder trostlose Gänge, wo man keinenMenschen trifft), wo zwischenmenschliche und nachbarschaftlicheKontakte auf ein Minimum reduziert sind, eine Zielscheibe derKritik, sowohl seitens der Architekten als auch seitens der Betroffe-nen: Wenn du um Hilfe schreist, dann hilft dir niemand, ich habemeinen Kindern immer eingetrichtert, schreit nicht, Hilfe', sondern, Feuer', wenn ihr Angst habt. Bei Feuer fühlen sich auch alle

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