Jahrgang 
92 (1989) / N.S. 43
Seite
160
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Diese Rezension kann den Gehalt des Bandes von Llompart nur anritzen. Er ent-hält mehr, als sich mit dürren Worten berichten läßt. Zu loben ist auch die ausge-zeichnete farbliche Wiedergabe der Bilder.

Etwas ausführlicher hätte man sich lediglich die Bibliographie gewünscht, wennsie auch als besonders wichtig die handschriftlichen Quellenmaterialien Mallorcasvollständig enthält.Felix Karlinger

Luigi Tacconelli, Ein kurzweilig Lesen. Narrativa e testualità d'uso nellaproduzione tedesca in prosa a stampa dei secoli XV e XVI. Chieti, Marino Sol-fanelli Editore, 1988, 141 Seiten.

Tacconelli hat sich im Bereich der deutschen Volksbücher des 16. Jahrhundertsspezialisiert und ist für Italien ein Einzelgänger in dieser Materie. Ihn scheint vorallem die Funktion dieser als Gebrauchsliteratur" umschriebenen Druckwerke zuinteressieren, und so stehen auch in diesem Buche Fragen nach der Wirkungsweiseund nach der Rezeption im Vordergrund.

Mit großer Kenntnis sowohl des Quellenmaterials als der Sekundärliteratur- dasBuch enthält 342, zum Teil sehr ausführliche Anmerkungen- untersucht der Autorvor allem die Herkunft und die Funktion der Elemente des Schwanks zu eruierenund an diesem Phänomen zugleich die Verbindung mit Volksbüchern andererRäume herzustellen. Ob es nun um soziale und gesellschaftliche Tendenzen geht,um didaktische Bezüge oder kritische Wirkungsweise, Tacconelli geht den verschie-denen Erscheinungsformen nach und vermeidet einseitige Überakzentuierungbestimmter Züge. Er erweist sich als ein guter Philologe, und als Wissenschaftlereines anderen Sprachraumes fallen ihm auch linguistische Details und stilistischeWendungen auf, die wir selbst nur zu oft überlesen.

Er stellt richtig heraus, daß das Prosa- Schwankbuch vor allem das Material liefert,dessen Auswertung dann zu einem guten Teil dem Leser selbst überlassen bleibt.

Mit der Narrendichtung und Narrenliteratur wird aber zugleich ein Spiegelbild dervielschichtigen Periode des 16. Jahrhunderts vermittelt, das auf satirische Weise oftschärfer zeichnet als die übrige Belletristik jener Zeit. Zugleich darf man sicher mitTacconelli annehmen, daß derlei Prosa- durch Vorlesen in seiner Wirkung nochverstärkt- eine beachtliche Resonanz in vielen Schichten des Volkes gefunden hat.Felix Karlinger

Mondo Ladino XII, 1-4. Vich- Vigo di Fassa, Institut Cultural Ladin, 1988,308 Seiten.

Der Bollettino des Ladinischen Kulturinstituts erfreut sich von Jahr zu Jahr wach-senden Interesses und zunehmender Bedeutung. Daß hier vier Nummern in einemBand erschienen sind, gereicht der Publikation nur zum Vorteil.

Nicht alles, was eine solche Ausgabe enthält, kann natürlich für die Volkskundevon Interesse sein, doch selbst die Literatur eines Kleinsprachraumes zeigt noch dieNähe zur Volksliteratur.

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