Abschließend muß daher zu diesem Buch bemerkt werden, daß es sicherlich einigegute Anregungen ― besonders für völlige Laien- enthält, jedoch nicht den Ansprü-chen gerecht wird, die es von seinem Titel her zu erfüllen verspricht.
Elisabeth Bockhorn
Uschi Derschmidt, Hans Haid, Vera von Hazebrouck( Zstllg.), Materialien zuden Themen Kultur und Heimat(= Lebens- Mittel). Salzburg, VerlagGrauwerte im Institut für Alltagskultur, 1989, 152 Seiten.
Vorliegender Band umfaßt eine Vielzahl verschiedenartigster Aussagen zu denThemen Kultur und Heimat von Politikern, Künstlern, aus Lexika und Untersu-chungen, von Wissenschaftlern und„, Menschen wie du und ich". Als Ziel der Publi-kation formuliert Hans Haid in seinem Vorwort:„ Wer in Gruppen, Gemeinschaf-ten, Dörfern, Stadtteilen lebt und wirkt, agiert und umwühlt, kann diese Vielfalt anZitaten, Definitionsversuchen, an gelungenen und weniger gelungenen Erklärungenfür sich und seine Basis- Kulturarbeit gebrauchen und brauchbar machen“( S. 9), undweiter: ,, Sich hier mit dem äußerst sensiblen, schlüpfrigen, politischen Themenbe-reich auseinanderzusetzen, heißt auch, sich versuchsweise einem festen Fundamentzu nähern, ein solches unter den Füßen zu schaffen, sich im besten Sinn aufzurüsten❝( S. 10).
Heimat und Kultur sind bestimmt Themenkomplexe von großer Wichtigkeit undSensibilität, wie weit ein solches Buch allerdings ihrem Anspruch gerecht wird, ist zufragen. Eine lose Folge von Zitaten mit nur sehr ungenauen Herkunftsnachweisenscheint mir jedenfalls keine geeignete Möglichkeit. Worin besteht die Auseinander-setzung, die Haid in seinem Vorwort anspricht? Und was soll die„ Basis- Kultur-arbeit“, was auch immer unter diesem Begriff zu verstehen sein mag, mit diesemBuch anfangen? Was bleibt ist eine Art Selbstbedienungsladen, aus dem man sichbeliebige Schlagworte zusammenklauben kann, um solcherart aufgerüstet weiter ,, inGruppen herumzuwühlen"
Eva Kausel
Lisa Schroeter- Bieler, Skandinavien. Der Himmel über Europas Wiege. Gestal-ten auf nordischen Felsbildern der Bronzezeit. Ein Versuch, sie zu verstehen undzu deuten. Freiburg i. Br., Schillinger Verlag GmbH, 1987, 155 Seiten, Abb.,1 Schallplatte.
Etwa die Hälfte dieses Buches besteht aus großformatigen ganzseitigen Abbildun-gen südskandinavischer bronzezeitlicher Felszeichnungen, auch im Text finden sichnoch weitere Abbildungen und etliche Pläne zum Auffinden von bestimmten Fels-zeichnungen. Gegenüber den Tafeln finden sich dann Deutungen dieser Felszeich-nungen, die zwar- laut Inhaltsverzeichnis in 121 Kapiteln in 18 Sachgruppenzusammengefaßt, aber dennoch sehr unübersichtlich angeordnet sind, wobei dasSchriftbild eine große Rolle spielt: der Text wurde auf einer Thermoschreibmaschine( vgl. S. 155) hergestellt, was nur schlecht zu dem ansonsten aufwendig produziertenBand paẞt, und die bis zu sechs Schriftgrade pro Seite und sonstigen Auszeichnungensind sehr verwirrend.
Trotz des beträchtlichen Umfangs, des reichen Bildmaterials, eines Registers,einer gar nicht knappen Bibliographie und einigen Seiten von Anmerkungen ist
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