Jahrgang 
92 (1989) / N.S. 43
Seite
77
Einzelbild herunterladen
 

Der Bonner Slawist Johann Knobloch hat dem Buch ein Vorwort gewidmet undSabit Uka es mit einer Studie ,, Vom Kaukasus aufs Amselfeld" sinnvoll abgerundet.

Der Rezensent gesteht unumwunden, von dieser Volksgruppe bisher nur vomHörensagen gewußt zu haben, und ist dankbar, daß nun in deutscher Sprache sowertvolle Materialien zugänglich gemacht worden sind, die gerade im Vergleich mitanderen verstreuten Volkstumsgruppen interessante Beobachtungen erlauben.

Die dem Buch beigegebenen Photos sind zwar technisch nicht sehr befriedigend,sie ergänzen dennoch den Textteil, der auch ein Glossar und eine Bibliographieumschließt.Felix Karlinger

Bios. Zeitschrift für Biographieforschung und Oral History, Heft 1, Hagen undLeverkusen 1988.

Eine neue Zeitschrift hat sich vorgestellt, die sich dem Thema der Lebensge-schichte, der Biographie und der Oral History widmen möchte. Herausgeber sindWerner Fuchs( Hagen), Albrecht Lehmann( Hamburg), Lutz Niethammer( Hagen)zusammen mit Manuela du Bois- Reymond( Leiden), Gerhard Botz( Salzburg),Ulrich Herrmann( Tübingen), Erika M. Hoernig( Berlin), Utz Jeggle( Tübingen),Martin Kohli( Berlin), Maya Nadig( Zürich) und Jürgen Zinnecker( Siegen). DieRedaktion besorgen Charlotte Heinritz und Alexander von Plato von der Fernuni-versität Hagen. Geplant sind zwei Hefte pro Jahr von jeweils ca. 160 Seiten, zueinem Abonnementpreis von DM 40,-.

Das vorliegende erste Heft umfaßt fünf Aufsätze, einen Tagungsbericht und eineLiteraturübersicht aus der Biographieforschung und der Oral History für die Jahre1978 bis 1988 von Charlotte Heinritz.

In einem Editorial legen die Herausgeber einleitend die Ziele dar, die sie mit ihrerZeitschrift verfolgen möchten: Bios stellt Fragen der Erhebung, Dokumentationund Auswertung lebensgeschichtlicher Zeugnisse zur Diskussion; lebensgeschicht-liche Zeugnisse sind hierbei veröffentlichte und unveröffentlichte Autobiographien,Biographien, Protokolle von biographischen und Oral- History- Interviews, Tagebü-cher, Briefe, Familienalben u. a. Die Zeitschrift will ein Forum sein für Fragestel-lungen und methodische Wege in mehreren Disziplinen, die sich mit biographischenDokumenten befassen, der Geschichtswissenschaft, der Soziologie, der Volks-kunde, der Literaturwissenschaft, der Erziehungswissenschaft, der Psychologie undihren Nachbardisziplinen.(...) Ihre wichtigste Aufgabe sieht die Zeitschrift im Aus-tausch von substantiellen Ergebnissen und methodischen Möglichkeiten über dieFächergrenzen hinweg. Dadurch sollen auch mehr aufeinander aufbauende For-schungsvorhaben angeregt werden(...)( S. 34).

Die biographische Forschung und die Methode der Oral- History sind in der Volks-kunde zu zentralen Zugangsmöglichkeiten für fast alle Themenbereiche gewordenund der Versuch, auch fächerübergreifende Forschungsprojekte in Angriff zu neh-men, gewinnt zunehmend an Wichtigkeit, da eine komplexe Sichtweise Kulturer-scheinungen nicht mehr isoliert sehen darf, sondern in ihrer Abhängigkeit von ver-schiedenen historischen, sozialen, ökonomischen, psychischen und physischen Kom-ponenten. Vorliegender Zeitschrift kommt das Verdienst zu, einen wichtigenmethodischen Aspekt aufzugreifen und zu vermitteln.

77