Jahrgang 
92 (1989) / N.S. 43
Seite
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einleitenden Beschreibung des Ortes Jastrebarsko, der schon 1249 genannt wird und1257, nach dem Tatarensturm vom ungarischen König Bela IV Titel und Rechteeiner ,, Kgl. Freistadt erhalten hatte, auf der auch dokumentarwertigen Bildfassungvon Geräten und Arbeitsvorgängen etwa der Korbflechterei und der Herstellungdes lange Zeit auch in der Untersteiermark gebräuchlichen Grasmantels( risulja),der Weberei im Vertikal- Webstuhl( tara) sowie der Webwarenerzeugung auf derhorizontalen tkanica. Töpferei, Opanken- Erzeugung( mit der vielfältigen kroati-schen Terminologie) und Lebzelterei, die ja zum Lebendigsten und Reizvollsten inder Fülle kroatischen Lebens gehört, schließen an. Reich dokumentiert mit gutenAbbildungen sind auch Faẞbinderei, das Schmiedehandwerk sowie die altüberlie-ferte, nun im Aussterben begriffene Zinngießerei.

Leopold Kretzenbacher

Tibor Sabján, A bubos kemence( Der schoberförmige Bauernofen). Budapest,Muzsák Verlag, 1988, 110 Seiten.

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Im wesentlichen stellt der Verfasser fest, daß der von der Küche heizbare, meistschoberförmige Ofen in der Großen Ungarischen Tiefebene in der Stube des Bau-ernhauses bis heute zu finden ist. Freilich gibt es mehrere Variantendie neuerenTypen sind prisma- oder stumpfkegelförmig. Diese Öfen sind Nachahmungen derKachelöfen aus dem 15.- 16. Jh. Stellenweise kommt es noch vor, daß in die Ofen-wand einige Kachelaugen eingebaut werden. Der Ofen wird aus Schilfrohr,Geflecht, Sonnenblumenstengeln, Lehm, Scherben, Grasziegeln, Ziegelsteinenusw. gebaut und innen und außen mit Lehm verputzt. Früher benützte man Lehm-klumpen und 30-40 cm lange Lehmwürste als Baustoff, auch sind uns Öfenbekannt, die mit der Spiralwulsttechnik gebaut wurden. Der Ofen wird zum Heizen,Brotbacken und Kochen benützt. Nach dem Brotbacken wurden krätzige oder anWechselfieber leidende Kinder in den noch warmen Ofen gesteckt. Das Ofendachwird zum Trocknen von Kleidern, Salz, Obst und Gemüse benützt. Im Ofen werdenschmackhafte Fladen sowie Würste und Fleisch gebacken bzw. gebraten, in Tonge-fäßen wohlschmeckende Bohnen-, Linsen- und Krautsuppen gekocht. Der Ofenwird mit Stroh, trockenem Dünger und Maisstengeln geheizt. Das Heizen ist immerAufgabe der Hausfrau. Ein typisches Gerät ist der Ofenwagen, womit der Kochtopfin den Ofen befördert wird. Rings um den Ofen ist die Sitzbank, hauptsächlich vonden Alten benützt. Zwischen dem Ofen und der Hauswand ist die Lagerstätte derKinder. Das vorliegende Buch ist ein unentbehrliches Quellenwerk in bezug auf dieFormen und die Geschichte der mitteleuropäischen Feuerstätten.

Béla Gunda

Kari Kotilainen, Ruokakello. Kansatietellinen tutkimus suomalaisesta ruokakel-losta( The dinner bell. An ethnological study of the dinner bell in Finland)(= Research Report 20). Jyväskylä, University of Jyväskylä, Institute of Ethno-logy, 1986, 217 Seiten.

Die vorliegende Arbeit schildert den Gebrauch von Glocken und Schellen, die inFinnland Anfang und Ende der Arbeit ankündigen oder zum Mittagsmahl rufen. Sieerschienen zunächst in größeren Gütern, später auch in Bauernwirtschaften, wo dieArbeiter und Familienmitglieder vom Wohnhaus entfernt tätig waren. Die auf den- von Wäldern umringten Rodungen arbeitenden Personen waren ja vom Hausaus gar nicht zu sehen. Derartige Glocken, die an Gestellen oder Pfosten

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