spiele: Animismus, Archetyp, Ethnobotanik, Hist.- geographische Methode, Identi-tät, Innovation, Klagelieder, Kulturheros, Kunstsoziologie, Magie, Marginale Kul-tur, Medizin, Nordische Balladendichtung, Ökotyp, Tradition, Zauberformen. Dasklassisch ausgearbeitete Stichwort„ Magie“ könnte der Ausgangspunkt jeder ein-schlägigen Forschung sein. Bei der Ausarbeitung der Stichwörter zog der norwegi-sche Folklorist die Auffassung der Bahnbrecher( E. Tylor, K. Krohn) ebenso inBetracht wie die modernen Tendenzen( H. Bausinger). Ein besonderer Vorteil desLexikons ist die Tatsache, daß die Stichwörter auch die Ergebnisse der reichhaltigenskandinavischen Literatur widerspiegeln.
Béla Gunda
Albert Kurucz, Iván M. Balassa, Péter Kecskés( Red.), Szabadtéri NéprajziMúzeumok Magyarországon( Ethnographische Freilichtmuseen inUngarn). Budapest, Corvina Verlag, 1987, 180 Seiten, Abb.
Der reich illustrierte Band erörtert die ungarischen Freilichtmuseen, deren Wur-zeln bis 1896 zurückreichen, als anläßlich der Milleniums- Landesausstellung ein,, ethnographisches Dorf", bestehend aus 24 Bauernhöfen, erbaut wurde. Darüberberichtete ein vorzüglicher Ethnograph, J. R. Bünker( Das ethnographische Dorfder ungarischen Milleniums- Landesausstellung Budapest. In: Mitteilungen derAnthropologischen Gesellschaft in Wien. Bd. 27. 1897). Das Dorf wurde leiderabgetragen, und erst in der Zwischenkriegszeit wurde die Errichtung neuer Freilicht-museen wieder beabsichtigt. Mit der Unterstützung der Ungarischen Akademie derWissenschaften, des Ethnographischen Museums in Budapest sowie anderer Institu-tionen( Bildungsministerium) wurde schließlich 1973 in Szentendre, unweit vonBudapest, das erste großangelegte Freilichtmuseum eröffnet, dessen Weiterentwick-lung auch heute betrieben wird. Zur Zeit wird mit 62 Gebäuden die Volksarchitekturder Komitate Szatmár, Bereg( Nordostungarn), Györ, Sopron und Moson( Transda-nubien) veranschaulicht. Die Wohnhäuser( darunter auch das Heim einer deutschenBauernfamilie) sowie Scheunen, Ställe, Heubergen, Getreidekammern, Mühlen undsakrale Bauten repräsentieren die ungarische Volksarchitektur auch für die europäi-sche Volkskunde in aufschlußreicher Weise, ebenso wie die sog. Landschaftshäuser( in Dörfern, gekennzeichnet durch herkömmliche Volksarchitektur, erhalten geblie-bene und heute Museumszwecken dienende Gebäude). In Transdanubien gibt esauch mehrere deutsche Landschaftshäuser( Dorf Mecseknádasd, Ófalu, Gyönk,Nagyvázsony). Das Buch bietet einen überaus lehrreichen Überblick über die unga-rische Volksarchitektur. Beachtenswert ist ferner das gegenständliche Material,womit die Wohnhäuser, Ställe, Kammern usw. eingerichtet waren. Wir können nurbedauern, daß diesem schön ausgestatteten und inhaltsreichen Buch eine deutscheZusammenfassung sowie die Nummerierung der Illustrationen fehlt, die im Textangeführt werden sollten.
Béla Gunda
Ulrike Kerschbaum, Erich Rabl( Hrsg.), Heimatforschung heute. Referatedes Symposions„ Neue Aspekte zur Orts- und Regionalgeschichte“ vom 24. bis26. Oktober 1987 in Horn(= Schriftenreihe des Waldviertler Heimatbundes,Bd. 29). Krems- Horn, Waldviertler Heimatbund, 1988, 195 Seiten.
Die Schriftenreihe des Waldviertler Heimatbundes, inzwischen auf stattliche 30Bände angewachsen, ist längst zu einem unentbehrlichen Hilfsmittel für Heimatfor-
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