Literatur der Volkskunde
James R. Dow, Rolf W. Brednich( Hrsg.), Internationale VolkskundlicheBibliographie für die Jahre 1983 und 1984. Mit Nachträgen für dievorausgehenden Jahre. Hrsg. im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Volks-kunde e. V. Bonn, Rudolf Habelt, 1988, 367 Seiten, 8835 Nummer.
Ende des abgelaufenen Jahres ist der neueste Band der Internationalen Volks-kundlichen Bibliographie über den Zeitraum von 1983 bis 1984 erschienen. DieEntwicklungsstadien der Computerisierung sind mit diesem Band als abgeschlossenzu betrachten. Das gesamte Material sollte in Zukunft in die große Datenbank desMLA Center eingespeichert werden, um so einem noch größeren Interessentenkreiszur Verfügung zu stehen. Die neueste- und überraschende- Information, auchfür den Mitherausgeber James Dow war aber, daß die Deutsche Gesellschaft fürVolkskunde in Hinkunft eine Herstellung der Bibliographie in Deutschland selbstplant, d. h. die Herausgeberschaft von Amerika wieder in unmittelbare Nähe, nachBremen, gebracht werden soll. Über die Beweggründe dafür kann man diskutieren.Die Gefahr einer Entfremdung infolge der Herstellung außerhalb Europas ist sichervorhanden, sollte beispielsweise J. R. Dow als Kontaktperson einmal nicht mehrzur Verfügung stehen, zumal die Volkskunde im Rahmen der enormen bibliographi-schen Datenbanken nur einen äußerst bescheidenen Platz einnimmt. Erstaunlichwar nur, daß dem Herausgeber, der viel persönliches Engagement und jahrelangeArbeit in diese Aufgabe und vor allem in die Umstellung der IVB auf EDV- Basisgesteckt hatte, dieser Entschluß m. W. nur lakonisch in Form eines Briefes mitgeteiltwurde.
Doch nun zur Bibliographie selbst. Über 8000 Nummern konnten in diesen Bandaufgenommen und durch dreisprachige Sachregister( deutsch/ englisch/ französisch)sowie ein Autorenverzeichnis aufgeschlüsselt werden. In das Sachregister wurdenauch erstmals geographische Begriffe aufgenommen, eine weitere Verfeinerung derregionalen Zuweisungen soll in Hinkunft vorgenommen werden, wobei es dannsicher wünschenswert wäre, ein eigenes Ortsregister anzulegen. Über die bekannteProblematik des Klassifikationssystems muß hier nicht weiter gehandelt werden.Wichtig ist vor allem die mit diesem Band abgeschlossene Zusammenstellung allerausgewerteten Periodika und ihrer Akronyme. In Hinblick auf eine künftige Ver-gleichbarkeit von Daten wird man sich diese Sigel aneignen müssen, um fortaneindeutige Zuordnungen treffen zu können. Auch hierbei ist die Exaktheit des Com-puters und die Notwendigkeit, Platz zu sparen, ausschlaggebend gewesen für dieErstellung dieser systematischen Nomenklatur.
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