Jahrgang 
92 (1989) / N.S. 43
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interdisziplinären Zusammenarbeit, für welche das III. Symposion des Instituts fürGegenwartsvolkskunde in Eisenstadt eine erste Etappe war, kann auf diese Weiseden Weg zu weiteren europäischen Begegnungen weisen.

Ein vielleicht beiläufiger, aber, wie man weiß, für das Gelingen solcher Seminar-veranstaltungen bedeutender Punkt, soll abschließend hervorgehoben werden. DieArbeiten der Symposionsteilnehmer konnten dank der Effizienz und Einsatzbereit-schaft der Institutsmitarbeiter in einem angenehmen Rahmen stattfinden. Die hoheQualität der gebotenen Übersetzungen von Jean Courtois( Lyon), die Besichtigungder Sehenswürdigkeiten von Eisenstadt und die gewährte Gastfreundschaft nichtzuletzt beim abendlichen Empfang durch die Burgenländische Landesregierung imSchloß Esterházy waren dazu angetan, eine äußerst angenehme Arbeitsatmosphärezu schaffen.

Bertrand Hell

( Aus dem Französischen von Klaus Beitl)

Bericht über die Tagung ,, Bilder als Geschichtsquellen.Fotografie und Film"

Vom 26. bis 28. Oktober 1988 fand im Gästehaus Lührmann in der Ramsau dieArbeitstagung ,, Bilder als Geschichtsquellen. Fotografie und Film statt. Organisiertwurde diese Veranstaltung der Gesellschaft für Photographie und Geschichte vonGerhard Jagschitz, Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, und GeorgSchmid, Institut für Geschichte der Universität Salzburg. Gerhard Jagschitz undGeorg Schmid ist gemeinsam, daß sie auf eine langjährige Auseinandersetzung imwissenschaftlichen Umgang mit Fotografie respektive Film verweisen können, unddaß sie Lehrveranstaltungen durchgeführt haben, in denen diese Medien Gegen-stand des Studiums waren. Mit diesem Studienangebot stellten sie in den Geisteswis-senschaften eine Ausnahme dar. So verwunderte es auch nicht, daß etliche derTagungsbesucher zur( ehemaligen) Seminarklientel dieser beiden Historiker gehör-ten. Insgesamt hatten sich rund dreißig Teilnehmer aufgrund ihres je eigenen Inter-esses am Bild als Quelle zusammengefunden, um zu sehen und zu hören, wasanderswo im universitären Forschungs- und Archivbereich läuft und um ihre Arbeitzumindest in einem Statement vorzustellen und zu charakterisieren. Im folgendenseien die Referenten und ihre Themen angeführt.

Das Eröffnungsreferat hielt die Berichterstatterin Edith A. Weinlich, Wien. Siesprach zu verschiedenen Aspekten einer Theorie der privaten Fotografie, insbeson-dere über den Prozeß der Aneignung des Mediums Fotografie im ländlichen Milieuund ihrer Faszination als Gestus der Beschwörung. Gene Sensenig, Salzburg, stelltedie Tonbildschau Hundert Jahre Gastarbeiter in Salzburg" vor, welche vom Lud-wig- Boltzmann- Institut für Geschichte der Arbeiterbewegung gemeinsam mit derKulturinitiative Gegenlicht erarbeitet worden war. Markus Vorauer, Salzburg,sprach zu ,, Mein Beruf: Reporter. Das Bild vom Journalisten in der Bilderwelt". Fürseinen Text hatte er sowohl Filme wie Dog Day Afternoon, Under Fire, Die Fäl-schung, The Year of Living Dangerously, The Killing Fields, Cry Freedom, etc.herangezogen als auch Nachrichtensendungen des Fernsehens, insbesondere jene,

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