Jahrgang 
92 (1989) / N.S. 43
Seite
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Die Sitzungen fanden im historischen Rathaus des Standes Obwalden statt, einemmarkanten Bau aus dem 18. Jahrhundert, dem Sitz des Kantonsrats und des Land-ammanns, der die Teilnehmer am Samstagnachmittag zu einem kleinen Empfanglud. Im übrigen stand an diesem Tag noch eine eingehende Besichtigung des Obwal-der Archivs auf dem Programm. Der Sonntag gehörte einem Besuch der Einsiedeleides Hl. Nikolaus von Efüe und seines Geburtshauses.

Herbert Schempf

Bericht über das III. Internationale Symposion des Institutsfür Gegenwartsvolkskunde 1988 in Eisenstadt

Das Institut für Gegenwartsvolkskunde der österreichischen Akademie der Wis-senschaften hat in der Zeit vom 18. bis 21. September 1988 in Eisenstadt( Burgen-land) sein Drittes Internationales Symposion abgehalten mit dem Thema Wörterund Sachen. Österreichische und deutsche Beiträge zur Ethnographie und Dialekto-logie Frankreichs. Ein französisch- deutsch- österreichisches Projekt/ Les mots et leschoses. Regards croisés sur l'ethnographie et la dialectologie de la France. Un pro-ject franco- allemand- autrichien". Die Thematik dieses Symposions stützte sich aufVorarbeiten, die von einer Arbeitsgruppe, bestehend aus Christian Bromberger( Aix- en- Provence), Isac Chiva( Paris), Gottfried Korff( Tübingen), Wolfgang Sette-korn( Hamburg) und Klaus Beitl( Wien), erbracht worden sind. Dank der finanziel-len Unterstützung durch mehrere Institutionen österreichische Akademie derWissenschaften, Kulturamt der Burgenländischen Landesregierung, Deutsche For-schungsgemeinschaft, Centre national de la Recherche Scientifique und Maison desSciences de l'Homme konnten je zehn Teilnehmer verschiedener Fachzugehörig-keit aus der Bundesrepublik Deutschland, Frankreich und Österreich eingeladenwerden. Wie Hinnerk Bruhns( CNSR) in seinen Einführungsworten hervorhob, istder interdisziplinäre und internationale Ansatz dieses Symposions unter dem Blick-winkel einer Verstärkung der Wissenschaftskooperation auf dem Gebiet derHumanwissenschaften besonders zu begrüßen.

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Insgesamt wurden 13 Referate vorgetragen. Sie dienten der kritischen Überprü-fung der Methoden und Ergebnisse der Wörter und Sachen-Schule und bildetendie Grundlage für eingehende Überlegungen der Arbeitsgruppe. Die Beiträge lassensich drei übergeordneten Themenkreisen zuordnen: dem sozio- historischen Kontextund den ideologischen Implikationen dieser Schule sowie ihren Forschungen einer-seits auf dem Gebiet der Linguistik und Dialektologie und andererseits dem derEthnographie/ Volkskunde von Frankreich. Es muß an dieser Stelle festgehaltenwerden, daß diese Themengruppierung lediglich einem Verlangen nach übersichtli-cher Darstellung entspricht und nicht als eine von den Teilnehmern des Symposionsan den Gegensatz herangetragene Dichotomie verstanden werden soll; denn eineder Problemstellungen des Symposions lag gerade in der Frage der heuristischenGültigkeit der von Fritz Krüger und seinen Schülern erstellten Beziehung von Wör-tern und Sachen. Die geplante baldige Veröffentlichung der Referate und Diskus-sionen des Symposions rechtfertigt allein die Abfassung dieses notwendigerweiseverkürzenden und vereinfachenden Tagungsberichts.

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