liegenden Schreibfehler von coatras zu taackas handeln. Alle drei dieser Völkergehören nicht zu den Wundervölkern im engeren Sinn, auch wenn die Garamantesbei Plinius als eheloses Volk in Äthiopien gelten; in hochmittelalterlichen Textensind sie durchwegs wie hier in Indien angesiedelt.
Es folgen in der Christherrechronik sechs weder bei Rudolf noch bei Honorius zufindende Verse über in den indischen Bergen zu findende hochwachsende Bäume,die wegen ihrer Höhe( von der Sonne) versengt würden. Die folgenden 20 Verse sindin beiden Chroniken fast wörtlich übereinstimmend den nur zwei Ellen kleinen undschwachen Pygmäen gewidmet, welche mit drei Jahren zeugungsfähig, mit siebenJahren vergreist sind und mit den zahlreichen in ihrem Land lebenden Kranichenkämpfen, und bei denen der Pfeffer wächst. Das nächste erwähnte Volk( im Gegen-satz zu den anderen Texten sagt die Christherrechronik„ In der andern Indîâ") sinddie Macrobii, ein starkes, zwölf Ellen großes Volk von löwenhaftem Leib, welche imKrieg mit den Greifen liegen; während die Christherrechronik mit Honorius( alas etungulas præferunt aquilarum) ihre adlerhaften Züge nennt:
,, und haben veder und nagel gar,
alsam ein ar sint sie gevar",
so fehlt dieser Zug bei Rudolf völlig.
( V. 341 f.)
Die Agrocten und Bramanen( Agroten und Parzen in der Christherrechronik), diesich wegen des Glaubens an die Seelenwanderung selbst verbrennen, sind in denChroniken viel breiter behandelt als bei Honorius, ohne daß inhaltlich über seineInformationen hinausgegangen wird. Ähnliches gilt für die im Anschluß darangenannten Elternesser, die genau den bei Honorius genannten entsprechen undnicht den Zug des sonst vorkommenden Elternmästens übernehmen. Kurz erwähnt,aber nicht namentlich genannt werden dann die Ichtyophagi, die laut Honorius nurrohen Fisch essen und Meerwasser trinken, während die Chroniken ihnen überein-stimmend auch den Genuß von rohem Fleisch zuschreiben, ein Zug, der in vergleich-baren Wundervölkerverzeichnissen nicht vorkommt und daher eine willkürlicheErgänzung des deutschen Autors darstellen dürfte.
Diese den Abschluß von I, 9 bei Honorius bildenden Fischesser und die Einleitungzu I, 10( Sunt ibi quædam monstra, quorum quædam hominibus, quædam bestiisascribuntur:) hat der deutsche Übersetzer mißverstanden und zusammengezogen:
das al da bisundir
sin egeslich merwundir
halp menschen, halp tier irkant.
( R. v. E., V. 1570-1572)
Kapitelgrenze zu
Dazu hat ihn die- offenbar auch in seiner Vorlage deutlicheeinem wenn auch nur sehr vagen Quellenverweis bewogen:
daz sagt dú schrift der warheit,
dú von dén selbin landin seit,
_
( V. 1568 f.)
der allerdings über ein blasses Stereotyp zur Wahrheit des Gesagten nicht hinaus-geht.
Das nun folgende, mit obigem Satz eingeleitete Kapitel 12 bei Honorius ist aus-schließlich den Wundermenschen gewidmet, von denen er noch zehn weitere Völkererwähnt, allerdings nur vier von ihnen beim Namen nennt. Er beginnt mit den( nichtbeim Namen genannten) Antipedes, seine knappen Angaben( ut sunt ii qui
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