Die andere Geschichte aus seiner Knechts- und Fuhrmannszeit ist die, wie er vonBunzlau heim kam, und halb zwischen Liebichau und Töppendorf steht eine amWege, ein verhutzeltes altes Mutterle, und frägt, ob sie denn nicht ein bissel mitge-nommen werden könne. Nu freilich, spricht er zu ihr und hält die Pferde an. Sie gibtihm zuerst den Korb hinauf und dann setzt sie den Fuß vorn auf den Trittlich( Tritt-brett, L. P.) und steigt auf. Weil es ein altes Weibel Glossar ::: zum Glossareintrag Weibel ist, denkt er: du mußt ihr wasbehilflich sein, und nimmt die Leine in die Linke und langt hinab, da fällt der Mon-denschein gerade auf ihr Gesicht, und da sieht er sie hat ein wollenes Halstuch um- wie sie hinauf will, daß sie einen Vollbart hat. Ach! denkt er, und: sieh an! undnimmt die Peitsche und haut auf die Pferde. Er tat sonst keinem Tiere was zu leide,aber da war es schon notwendig. Die Pferde rucken an, der Räuber, denn das wardas Mutterle, fällt hintenüber, und mein Kühn( Großvater, L. P.) jächt los mit demGespann. Wie er ein kleines Stückel ist, dort wo der Busch zurückweicht von derStraße, da pfeifts an ihm vorbei und er hört auch den Knall. Da hat der Räuber hinterihm hergeschossen.- Er ließ die Pferde erst ein Weilchen später wieder langsamergehen. Aber wie sie daheim den Korb aufmachten, da war er voller Messer und Pisto-len; da konnte er sich denken, was die Absicht von dem Weibe Glossar ::: zum Glossareintrag Weibe gewesen ist.
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Wenn man zurückrechnet, der Großvater starb, als Peuckert,, sechs oder sieben Jahre" alt war( also etwa 1902), so kann man die-ses ,, Erlebnis“ etwa auf die letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhundertsdatieren. Mögen nun solche Geschichten ,, wahr" sein oder nichtdas ist nicht das Entscheidende. Wesentlich erscheint, daß sieinnerhalb der Familie bzw. einer Gemeinschaft als Memorat wei-tergegeben werden, und daß sie auf diese Weise verbreitet, als,, Memorabile" ihre Wiederauferstehung feiern. Brunvand, der eif-rigste Multiplikator dieser Geschichten, zählt diese zu dem Typus,, The Hairy- armed Hitchhiker" 10. Wie Yallop nachwies, ist dieseGeschichte bereits um die Mitte des 19. Jahrhunderts( 1834) in Eng-land belegt. Welchen wissenschaftlichen Wert aber hat dieserNachweis, der sich für viele dieser Erzählungen erbringen ließe, diezumindest strukturell gesehen auf ältere Erzähltypen oder-motivezurückgehen? Auch mittelalterliche Schwänke werden auf dieseWeise in das Amerika des zwanzigsten Jahrhunderts verlegt, wiedie Geschichte vom Typ„ The Philanderers Porsche" zeigt. Hierverkauft eine Ehefrau für 50 Dollar einen Porsche, der rund dasHundertfache wert ist, weil ihr Mann hinterlassen hat, der Erlösdaraus sei für seine Geliebte bestimmt 12. Das erinnert natürlich anden Schwank von dem geizigen Frömmler, der seiner Witwe eineKuh und einen Hahn hinterläßt mit dem Auftrag, beide zu verkau-fen, das Geld für die Kuh der Kirche zu spenden und den Erlös fürden Hahn für sich zu behalten. Was tut die Frau? Sie bietet beideauf dem Markt an, die Kuh für 5 Gulden, den Hahn für 100 Gulden,allerdings mit der Auflage, daß beide nur zusammen verkauft wer-den können. Strukturell ist hier wohl kein Unterschied zu der
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