Jahrgang 
92 (1989) / N.S. 43
Seite
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Phantom- Loreoder: Vom Glück des Sammlers

beim Finden

Von Leander Petzoldt

Im Dezember 1981 brachte eine der größten regionalen Tageszei-tungen in Süddeutschland eine Nachricht, die sich mit einemGerücht beschäftigte, das offenbar bereits seit längerer Zeit dieBevölkerung Salzburgs in Aufregung versetzt hatte. Unter demTitel Rätselraten um geheimnisvolle, schwarze Frau"" heißt esdort:

Eine mysteriöse ,, schwarze Frau beunruhigt gegenwärtig die Bürger der Salzbur-ger Bezirke Pinzgau und Pongau sowie die Erzdiözese Salzburg. Nach Schilderungenvon Autofahrern taucht die Unheimliche nachts auf der Pinzgauer Bundesstraße aufund hält Wagen an. Ein aufgeregter Autofahrer berichtete, die Autostopperin hättenach einigen hundert Metern Fahrt gesagt: Wenn du nicht angehalten und mich mit-genommen hättest, hättest du einen Unfall gehabt." Im selben Augenblick ,, war siespurlos verschwunden".

Auf Grund der Beschreibungen glauben viele Bewohner der Umgebung, daß eineim vergangenen Jahr auf der Pinzgauer Bundesstraße tödlich verunglückte Kellnerinaus St. Veit im Pongau in der mysteriösen Frau, wieder auferstanden" sei. Die 23jäh-rige war mit ihrem Auto auf die neben der Fahrbahn verlaufenden Gleise der West-bahnstrecke gestürzt und von einem im selben Augenblick durchfahrenden Zugerfaßt worden. Nach Schilderungen der Gendarmerie war die Verunglückte nichtsofort tot, sondern habe gellend geschrien". Auch die Erzdiözese Salzburg hat aufdie Gerüchte reagiert. Derartige Erscheinungen seien oft auf Sinnestäuschungen,überreizte Phantasie oder Halluzinationen zurückzuführen, betonte die Kirche. EinBruchteil solcher Erscheinungen gehöre- so räumte die Erzdiözese ein- in denBereich ,, echten Spuks".

( Schwäbische Zeitung vom 3. 12. 1981)

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